Ein zu frühes Bestossen der Weiden ist kaum möglich, denn bei der Frühlingsweide steht nicht die Futtergewinnung, sondern die Wiesenpflege im Zentrum. Ziel des frühen Pflegeweidegangs ist es, den Bestand anzuregen und gleichmässig zu entwickeln. Voraussetzung dafür ist ein ausreichend abgetrockneter Boden, damit keine Trittschäden entstehen. Zudem muss das Pflanzenwachstum eingesetzt haben – die Wiese muss also zu grünen beginnen –, bevor gestartet werden kann.
Wichtig ist, dass der Bestand noch kurz ist. Die Tiere sollen eher das Gefühl haben, zu wenig Futter vorzufinden. Die Fläche wird grosszügig eingezäunt und nur ein bis zwei Tage bestossen. Die Weidedauer bleibt auf wenige Stunden beschränkt. So profitieren Grasnarbe und Boden von Verbiss und Tritt, ohne übernutzt zu werden. Gleichzeitig gewöhnen sich die Tiere schrittweise wieder an frisches Wiesenfutter.
Durch das frühe Überweiden wird hohes Gras abgefressen und der Samen einer Übersaat gelangt einfacher in den Boden. Je nach Frühling ist das Graswachstum und damit die Konkurrenzkraft des bestehenden Bestandes ab Ende April am grössten. Deshalb sollte die Übersaat – sofern es die Bodenverhältnisse zulassen – vorher erfolgen. Zudem werden allfällige Mäusegänge eingedrückt. Ebenfalls lässt sich der Futterberg im Frühling staffeln und weiter erfolgt die Fütterungsumstellung mit den kurzen Besatzzeiten und geringem Anteil Weidefutter früh, jedoch langsam. Wichtig ist, die Startfläche jährlich zu wechseln.