Jetzt läuft alles gleichzeitig: starkes Pflanzenwachstum, lange Arbeitstage, wenig Zeit für Grundsatzfragen. Gerade jetzt lohnt es sich jedoch, ein Thema nicht aus den Augen zu verlieren: den Weideanteil in der Ration. Was aktuell auf den Flächen wächst, kostet wenig, ist verfügbar und beeinflusst direkt die Futterkosten der kommenden Wochen. Unter dem hohen Kostendruck von Hilfsstoffen stellt sich die Frage, wie stabil das Produktionssystem ist und wo Anpassungen möglich sind, ohne zu grosse Risiken einzugehen. Folgende Fragen können helfen, Ihren Betrieb einzuordnen:
- Sind getätigte Investitionen nur mit grossen Milch- oder Fleischmengen amortisierbar?
- Könnte mein Betrieb mit etwas geringeren Produktionsmengen, dafür mit tieferen Kraftfutterkosten besser weitergeführt werden?
- Wie widerstandsfähig ist mein Betrieb gegenüber Preisschwankungen von Hilfsstoff-, Energie- und Produzentenpreisen?
Mehr Weide ist kein Selbstläufer. Standort, Wetter und Arbeitsorganisation setzen Grenzen. Gleichzeitig kann ein gezielt angepasster Weideanteil, gerade jetzt in der Wachstumsspitze, helfen, Kosten zu senken und die Abhängigkeit von externen Betriebsmitteln zu reduzieren.
Gerade in dieser intensiven Phase geht es nicht um sofortiges Handeln, sondern darum, den Blick zu schärfen: Wo entstehen im Alltag Möglichkeiten für weniger Kosten, Abhängigkeit, Maschineneinsatz und welche Schritte wären längerfristig realistisch umsetzbar? Denken Sie auch in der intensiven Arbeitsphase ab und zu an die Weide.