Für den Zuckerrübenanbau der Saison 2026 ersetzen drei neue Sorten gleich drei gestrichene Sorten. Neu hinzukommen:

  • BTS 1715 (für SBR-Gebiete geeignet)
  • Patrizia KWS (für Gebiete ohne SBR geeignet)
  • BTS 4780 (für Gebiete ohne SBR und Übergangsgebiete geeignet)

Die Sortenkandidatin Smart Edytka KWS hätte es zwar auf die Liste geschafft, wurde aber vom Züchter kurzfristig zurückgezogen. Gleichzeitig werden die drei Sorten Smart Arosa KWS, Ivonetta KWS und BTS 2030 von der Liste gestrichen.

Die Schweizerische Fachstelle für Zuckerrübenbau (SFZ) hält weiterhin am Prinzip von zwei Sortenlisten fest. Es gibt wieder eine Liste mit Sorten, die für den Anbau in SBR-Gebieten geeignet sind, und solche für Nicht-SBR-Gebiete (SBR = Syndrome des Basses Richesses).

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Hoher Gelderlös und weniger Rübenrüsslerbefall

Neu auf die Liste kamen drei Sorten für den Anbau mit konventioneller Herbizidstrategie, aber keine neue Conviso-Sorte. Madlaina Peter, wissenschaftliche Mitarbeiterin der SFZ, erläutert die Eigenschaften der drei neuen Sorten. Die Sorte BTS 1715 hat in beiden Gebieten, sowohl unter SBR-Befall als auch ohne SBR, gut abgeschnitten, also mit stabilen Erträgen.

BTS 1715 überzeugt sogar auf beiden Sortenlisten mit dem höchsten Gelderlös. «Diese Sorte ist für den Anbau in der ganzen Schweiz geeignet», sagt Madlaina Peter.

Die Sorte Patrizia KWS punktet dafür mit hohen Zuckergehalten und guter Jugendentwicklung. Zudem wies die Sorte in einem Sortenversuch in der Westschweiz weniger Befall mit dem Rübenrüssler auf. «Rübensorten mit langen Blattstielen haben nachweislich weniger Rübenrüsslerbefall», bestätigt Peter.

Die Blattstiele werden zwar genau gleich häufig angestochen wie bei anderen Sorten. Jedoch dringen später die Larven des Rübenrüsslers weniger stark in den Rübenkopf ein, sondern fliegen vorher aus, da sie bei längeren Blattstielen genügend Frassmaterial bis zur Fertigentwicklung haben. Die Sorte Patrizia KWS zeigte daher weniger Schäden durch Frassgänge im Rübenkopf.

Die Sorte BTS 4780 ist dafür vor allem für Gebiete ohne SBR geeignet. Auf der Sortenliste steht sie beim Gelderlös auf Platz 3 und bietet stabile Erträge. Da sie unter SBR-Starkbefall mittelmässig abschneidet, eignet sie sich auch noch für die Übergangsgebiete. In den bekannten Befallsregionen westlich von Lenzburg ist sie jedoch nicht geeignet. Die Sorte weist zusätzlich auch noch eine Toleranz gegen viröse Vergilbung auf.

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Aktuelle Conviso-Sorten nicht für SBR-Gebiete geeignet

Es gilt nach wie vor, dass Conviso-Smart-Sorten nicht in SBR-Gebieten angebaut werden sollten, da bei einem Befall der Rübenertrag und der Zuckergehalt deutlich tiefer sind. «Aber für viele Landwirte überwiegt der Vorteil des Unkrautbekämpfungssystems und sie bauen trotzdem vielfach Conviso-Smart-Sorten an», folgert Madlaina Peter. Die Conviso-Sorten belegen aber bezüglich Gelderlös die zwei letzten Plätze auf der Sortenliste, was zeigt, dass sich in SBR-Gebieten nach wie vor der Anbau von konventionellen Sorten stärker lohnen würde.

Bezüglich der Blattgesundheit gegenüber Cercospora verzichtet die Fachstelle zukünftig auf die Angabe von Cercospora-Resistenzen. Madlaina Peter plädiert dafür, dass sämtliche Sorten einen minimalen Fungizidschutz zu Befallsbeginn bekommen, um sortenspezifische Cercospora-Resistenzen bewahren zu können. Einen starken Fungizidschutz benötigen aber die Sorten Antonica KWS und Fitis.

Besteht das Risiko von Nematodenbefall, wird nach wie vor die Sorte Fitis von SES Vanderhave empfohlen. Bei Problemen mit faulen Rüben empfiehlt die Fachstelle die Sorte Novatessa KWS.

Neues Beizmittel für die Aussaat 2026

Damit die Zuckerrübe in der Jugendentwicklung künftig etwas widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen ist, wurde eine neue Beizung entwickelt. Die neue Saatgutbeizung «Buteo Start» (Wirkstoff Flupyradifuron) bietet eine Schutzwirkung von vier bis sechs Wochen ab der Saat gegen unterirdische Schädlinge wie Drahtwürmer, Moosknopfkäfer und Tausendfüssler. Gleichzeitig bietet es eine Teilwirkung gegen den Rübenerdfloh.

Sämtliche Saatgutposten werden mit dem Fungizid Tachigaren gegen Wurzelbrand sowie dem herkömmlichen Insektizid Force und dem neuen Buteo Start gebeizt. Erdflohschäden können mit dieser Beizung nicht gänzlich verhindert, aber deutlich reduziert werden. Damit könnte sich künftig eine separate Folgebehandlung des Erdflohs erübrigen.