Wissenschaftlich untermauerte Anwendungen gibt es bei der Blacke kaum: Deshalb taucht sie auch weder im Ratgeber «Kräuter für Nutz- und Heimtiere» noch im «Kräuter- und Heilpflanzenatlas» auf. In der traditionellen Medizin kommt die Blacke aber durchaus zur Anwendung. An der Fressachse wolle niemand die Blacke, aber dahinter könne sie vielseitig eingesetzt werden, schrieb Simone Barth in einem Beitrag der BauernZeitung im Jahr 2020.

Die Blacke kommt zur Anwendung, wenn Kälte erforderlich ist: Um Prellungen und Hämatome kann ein Blatt gewickelt werden. Sobald es schwarz und trocken ist, muss es ersetzt werden. Die Blätter lindern auch Juckreiz und Fieber. Bei Kälbern kann ein Blackenblatt mit Gaze oder einer Bandage zum Kühlen des Nabelbereichs locker um den Rumpf gewickelt werden.

Blacken gehören zur grossen Gruppe der Ampfer

Blacken gehören zur Gattung der Ampfer. Einige der Pflanzen sind essbar, alle enthalten im Kraut Oxalate (Gerbstoffe), Eiweiss, Flavonoide, Vitamin C, Karotin, Eisen und Hyperosid (wirkt gefässerweiternd). Der Gehalt an Oxalsäure ist von Art zu Art unterschiedlich und schwankt im Jahresverlauf. Die Enzyklopädie «Essbare Wildpflanzen» erwähnt, dass frische und getrocknete essbare Arten die Immunabwehr stärken sollen und verdauungs- und gallensekretionsfördernde Wirkungen haben. Breiumschläge kommen bei einer Vielzahl von Hautleiden zur Anwendung. Bei schwangeren und trächtigen Tieren wird vom Verzehr von Ampfer abgeraten.

Viele traditionelle Anwendungen, teilweise widersprüchlich

Michelle Krügel, Drogistin und Inhaberin von «üsi Drogerie» in Münsingen BE, kennt die traditionellen Anwendungen und weiss: Sie sind vielfältig, aber manchmal widersprüchlich. Der Tee etwa kommt bei Durchfall, aber auch bei Verstopfung zur Anwendung.

Krügel nutzt die Blacke vor allem bei Hauterkrankungen. Die Gerbstoffe helfen bei geschwürartigen und schlecht heilenden Wunden. Besonders praktisch findet sie einen Stift, der mit Blackensalbe gefüllt ist. Dieser kommt vor allem bei Menschen zur Anwendung: «Bei den mühsamen kleinen Verletzungen an den Händen, die schlecht heilen, weil sie dauernd mit Wasser und Kälte in Berührung kommen», erklärt Krügel.

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Die Salbe hilft gegen Gelenkschmerzen und bei schlecht heilenden Wunden

In der SRF-Sendung «Gesundes Unkraut» beantworteten die Kräuterkundlerin Katharina Reichmuth und die Naturheilpraktikerin und Phytotherapeutin Selma Hämmerle in einem Chat Fragen zu Blacken. Hämmerle verwendet die Blackenwurzeln nicht in der Küche, aber als Abführmittel. Reichmuth stellt eine Blackensalbe her, die gegen Gelenkschmerzen helfe. Dazu legt sie 250 g Blackenblätter in 300 Olivenöl ein und lagert die Mischung bei 20 Grad drei Wochen lang. Danach werden 4 g geschmolzener Bienenwachs und das erhitzte Öl (ca. 42 Grad) so lange zusammengerührt, bis eine Salbenkonsistenz entsteht.

Michelle Krügel nutzt in ihrer Salbenanwendung die klein geschnittenen Wurzeln, die sie in Alkohol einlegt und dann zu Salbe verarbeitet. Diese kommt zum Beispiel bei Verletzungen am Klauenrand zur Anwendung. Auch Blätter, aber in Öl eingelegt, werden als Salbe verwendet.

So bekommt die Blacke, die als Unkraut den LandwirtInnen das Leben schwer macht, immerhin einen Nutzen als Heilpflanze.

Steckbrief Wiesenblacke (Rumex obtusifolius)

- 50 bis 120 cm hoch.
- Mehrere aufrechte Stängel, ihre abzweigenden Blütenstandäste wachsen steil aufwärts und sind unverzweigt.
- Im Boden bleiben Blacken bis 50 Jahre keimfähig. Überleben die Futterkonservierung, den Verdauungsvorgang der Tiere und weitgehend auch in Mist und Gülle.
- Weitverbreitet vom Tal- bis ins untere Alpgebiet, von mässig trockenen bis feuchten Standorten.
- Besonders häufig auf verdichteten Böden, Flächen mit Schäden und Lücken in der Pflanzendecke infolge schwerer Maschinen, Tritt- und Mäuseschäden, Auswinterung oder Trockenheit.

 

Anwendung

Viele traditionelle Anwendungen, kaum wissenschaftlich gestützt.

Tinktur: Eine Handvoll Wurzeln mit 500 ml Schnaps übergiessen, 7 Tage ziehen lassen, in dunkle Flaschen absieben und kühl lagern. Gegen Geschwüre dann unverdünnt anwenden oder 3 Teelöffel Tinktur in ein Glas abgekochtes, lauwarmes Wasser geben, Wunden damit abtupfen.
Salbe: Bei schlecht heilenden Wunden, auf Basis der Tinktur oder des Öls (Mazerat).
Umschläge: Einzelne Blätter oder Breiumschläge bringen Kühlung.
Tee: aus der Wurzel hilft bei Verstopfungen, aus den Samen bei Durchfall.
Samen: Sollen zur Blutreinigung beitragen.

 

Quellen

- Enzyklopädie «Essbare Wildpflanzen», ISBN 978-3-03800-752-4
- Artikel BauernZeitung
- FiBL-Faktenblatt «Kälber und Ferkel mit Arzneipflanzen stärken»

Haftungsausschluss

Die Informationen zur Pflanze, zu deren Wirkung und das Anwendungsbeispiel ist eine Zusammenstellung aus verschiedenen Quellen. Die Wirkungen und Nebenwirkungen sind nicht vollständig aufgelistet. Die Schweizer Agrarmedien AG übernimmt keinerlei Haftung für die Folgen der Anwendung.