Das Bundesamt für Verkehr ASTRA hat am 28. Mai 2020 in einer Weisung betreffend Fahrzeugkombination mit hydraulischen Bremssystemen für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge festgelegt. Diese bestimmt, unter welchen Umständen ein neuer Anhänger mit einer hydraulischen Zweileiter-Bremsanlage an einen Traktor mit Einleiter Bremse angekoppelt werden darf.

Die Weisung ist per sofort in Kraft getreten und gilt befristet bis 31.12.2025. Danach dürfen diese Kombinationen nicht mehr in Verkehr gebracht werden.

Die wichtigsten Punkte dieser Weisung:

  • Es darf nur ein Anhänger mitgeführt werden. Eine Kombination aus einem Traktor und zwei Anhängern ist in dieser Kombination nicht erlaubt.
  • Die zulässige Höchstgeschwindigkeit der Fahrzeugkombination beträgt 40 km/h.
  • Im Fahrzeug muss eine Eignungserklärung des Herstellers des Anhängers oder des Inverkehrbringers des Anhängers mitgeführt werden. In der Eignungserklärung muss bestätigt werden, dass das H2L-Bremssystem am Anhänger mit einer H1L-Bremsanlage am Traktor kompatibel ist. Weiter muss festgehalten werden, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit die Kombination aus neuem Anhänger und altem Zugfahrzeug in der Funktion nicht eingeschränkt wird.
  • Die Summe der Achslasten (gemäss Herstellerschild) darf 10 Tonnen nicht überschreiten. Das bedeutet, dass meist nur einachsige Anhänger oder Tandemanhänger für diese Kombination verwendet werden dürfen.
  • Auch bei abgestelltem Motor wird mit der Betätigung der Feststellbremse des Zugfahrzeugs automatisch die Bremse des Anhängers wirksam.
  • Verfügt der Anhänger über einen Druckspeicher, muss bei ungenügendem Druck im Sichtfeld des Fahrers eine Warnung angezeigt werden.
  • Die beiden letzten Punkte bringen Nachrüstungen am Traktor mit sich. Zum Beispiel muss am Handbremshebel ein Schalter und im Armaturenbrett eine Kontrollleuchte nachgerüstet werden. Bei der elektrischen Verbindung zwischen Traktor und Anhänger muss eine ABS-Steckdose verwendet werden.