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Hofdünger sind wichtigster Nährstofflieferant

Hofdünger ist der grösste Nährstoff-Lieferant in der Schweizer Landwirtschaft: Beim Stickstoff stammen 60 % aus Gülle und Mist, beim Phosphor 80 % und bei Kalium 88 %. Immer öfter werden Nährstoffe rezykliert, etwa in der ARA.


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Hofdünger ist der grösste Nährstoff-Lieferant in den Schweizer Acker- und Futterbau-Kulturen. Das zeigen Recherchen über die Düngerherkunft, welche «die grüne» anhand der nationalen Nährstoffbilanz des Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) anstellte.

Die Nährstoffbilanz erläutert die Herkunft der Hauptnährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) für die Acker- und Futterbaukulturen in der Schweiz:

  • Beim Stickstoff stammen 60 Prozent aus Gülle und Mist.
  • Beim Phosphor stammen 80 Prozent aus Gülle und Mist.
  • Bei Kalium stammen 88 Prozent aus Gülle und Mist.

Ohne Nährstoffe wächst kein Mensch, Tier oder Pflanze. Menschen und Tiere essen und fressen, das sieht man. Wie sich Pflanzen ernähren, sieht man von Auge nicht. Aber auch sie brauchen eine ausgewogene Nährstoffversorgung

Hofdünger enthalten wichtige Mikro-Nährstoffe

Hofdünger sind für die meisten Pflanzen so gesund wie beispielsweise Gemüse für den Menschen. Was beim Gemüse die Vitamine, sind bei den Hofdüngern die Mikro-Nährstoffe (Bor, Kupfer, Eisen, Mangan etc) oder Spurenelemente. Sie sind nebst den Makro-Nährstoffen Magnesium und Calcium in Hofdüngern enthalten und decken den Grundbedarf grösstenteils ab.

Pflanzen brauchen eine ausgewogene Ernährung. Sie müssen alle Nährstoffe entsprechend ihrem Bedarf aufnehmen können. Ansonsten greift das Gesetz des Minimums. Dabei richtet sich der Pflanzenertrag nach dem Nährstoff, welcher im Verhältnis am wenigsten verfügbar ist. 

Der Flüssig-Dünger aus der ARA feiert ein Comeback

Mineralische Recycling-Dünger wurden erst am 1. Januar 2019 in der Dünger-Verordnung aufgenommen. Es zeigt sich jedoch, dass das Recyceln eine immer wichtigere Rolle einnimmt. Ein grosses Potenzial liegt in den Abwasser-Reinigungs-Anlagen. Hohe Schwermetallgehalte und mögliche Verunreinigungen durch pathogene Organismen im Zuge der BSE-Problematik führten im Jahr 2006 zum Klärschlamm-Ausbringverbot. Heute wird Klärschlamm getrocknet und verbrannt. Dabei bleibt die stoffliche Nutzung aus. Allerdings gibt es derzeit Bemühungen, die Nährstoffe chemisch und biologisch auszufällen. Dies führt zu reineren Düngerprodukten und der Einsatz in der Landwirtschaft wäre wieder möglich.

Bei Phosphor ist die Rückgewinnung besonders hoch. Bei einer vollständigen Rückgewinnung wäre es sogar möglich, auf Importe zu verzichten. Soweit ist es jetzt noch nicht. Auf das Jahr 2026 sind die ARA-Betreiber von der Verordnung zur Vermeidung von Abfällen gefordert, eine Phosphor-Rückgewinnung einzuführen.

ARA-Yverdon produziert ASL-Dünger

Ein weiterer Recyclingdünger aus der ARA ist flüssige Ammonium-Schwefel-Lösung (ASL). Dieser wird jetzt schon, vor allem als Importdünger, in der Landwirtschaft eingesetzt. Die ARA-Yverdon produziert als Pionierin ASL im Nebenstrom-Verfahren.

Mineraldünger bestimmt den Preis für Hofdünger

Hofdünger werden meistens auf dem eigenen Betrieb eingesetzt. Sie haben den Vorteil, dass damit alle organischen Materialien wie Stroh wieder auf das Feld zurückgelangen und zur Förderung oder zumindest dem Erhalt des Humusgehalts der Böden beiträgt. Wer mit intensiver Tierhaltung Hofdüngerüberschüsse produziert und diese nicht auf dem eigenen Betrieb verwenden kann, ist auf einen Abnehmer angewiesen.

Die Hofdünger-Verschiebungen werden online mit «Hoduflu» erfasst. Dabei werden die Nährstoffflüsse erfasst. Der abgebende Betrieb stellt einen Lieferschein aus und der Empfänger-Betrieb bestätigt die Lieferung. Wer Hofdünger abnimmt, muss in der Regel nichts für die enthaltenen Nährstoffe bezahlen. Der «Markt» hat sich «einfach» so entwickelt. Vermutlich waren die abgebenden Betriebe zufrieden, die Produktion halten zu können, ohne den Hofdüngern einen Wert abzugewinnen.

In der Biogasanlage wird nur wenig Hofdünger vergärt

Feste wie flüssige Hofdünger, welche in der Biogasanlage zur Stromproduktion genutzt werden, werden während des Verarbeitungsprozesses durch die Hitze hygienisiert und weisen keine keimfähigen Unkrautsamen auf.

Dies ist im Gegensatz zu unvergärten Hofdüngern ein Vorteil. Vor allem dann, wenn Hofdünger von einem Betrieb zu einem anderen verschoben werden. Trotzdem werden zurzeit nur rund 4,5 Prozent aller Hofdünger in der Schweiz vergärt. Trotz diesem Mehrwert bleibt auch die Entschädigung für die Nährstoffe aus Gärgülle gering. Peter Wyss, Biogasanlage-Betreiber in Ittigen BE verrechnet die Inhaltsstoffe zum halben Preis wie sie als Mineraldünger kosten. «Die Mineraldünger-Preise deckeln den Wert von organischen Düngern», ist sich Victor Anspach von Ökostrom Schweiz bewusst.

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