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Fakten zur Schweinehaltung in der Schweiz und in Deutschland zum Vergleich

Fakten zur Schweinehaltung in der Schweiz und (zum Vergleich) in Deutschland. Die Schweinehaltung in der Schweiz ist bis heute bäuerlich geprägt. Dies im Unterschied zu den europäischen Nachbarländern.


Die Schweinehaltung in der Schweiz ist bis heute bäuerlich geprägt. Dies im Unterschied zu den europäischen Nachbarländern mit Tausenden von Schweinen – und erst recht im Unterschied zur industriellen Tierhaltung in den «Schweine-Fabriken» zum Beispiel in China, in denen Zehntausende Säue mehrere Hunderttausend Ferkel im Jahr produzieren.

Um solche grossen «Schweine-Fabriken» zu führen, braucht es einen grossen Tierverkehr und Tierhandel. Damit steigt das Risiko von Krankheitsübertragungen und Seuchen.

Die Schweiz ist aber weitgehend frei von auszurottenden Tierseuchen. Und hochansteckende Seuchen (gemäss Tierseuchenverordnung, Art. 2) sind hierzulande seit Jahren nicht mehr ausgebrochen. Die Schweine-Bestände haben im Vergleich zum Ausland einen sehr hohen Gesundheitsstatus.

Schweizer Betrieben haben eine relativ kleine Anzahl Zucht-Sauen und Mast-Schweine

Die Anzahl der pro Schweizer Betrieb maximal erlaubten Tierbestände ist in der Höchstbestandes-Verordnung (Art. 1 und 2) geregelt. In der Schweiz gelten für Schweine folgende Höchstbestände:

  • 250 Zucht-Sauen über 6 Monate alt, säugend und nicht säugend
  • 1500 Mast-Schweine über 35 kg, beiderlei Geschlechts

In der EU bestehen für Schweine keine gesetzlichen Höchstbestände. In Ländern wie China schon gar nicht.

Die Schweinehaltung in der Schweiz und in Deutschland im Vergleich

  Schweiz Deutschland
Mutterschweine ohne Ferkel Werden in Gruppen gehalten. Über zwei Drittel haben besonders tierfreundliche Ställe mit Einstreu (BTS), zwei Drittel der nicht säugenden Zuchtsauen Auslauf ins Freie (RAUS). Trächtige Sauen werden in Gruppen gehalten, aber zur Befruchtung und zum Abferkeln dürfen sie für rund die Hälfte des Jahres in Käfige gesperrt werden.
Ferkel Schwänze bleiben intakt. Abklemmen der Eckzähne ist verboten; Abschleifen ist zwar erlaubt, aber nicht empfohlen. Kastration ausschliesslich unter Narkose und Schmerzausschaltung. Schwänze werden nach der Geburt oftmals abgekniffen und die Eckzähne abgeschliffen, obschon nur in Ausnahmefällen erlaubt. Kastration erfolgt ohne Betäubung.
Mastschweine Müssen sich jederzeit mit Raufutter beschäftigen können. Zwei Drittel haben besonders tierfreundliche Ställe mit Festboden und Einstreu (BTS), 62 Prozent Auslauf ins Freie mit 0,65m2 /Tier zusätzlicher Fläche (RAUS). Kein Auslauf nach draussen, kein Stroh und kein unperforierter Liegebereich vorgeschrieben.
Böden Maximal ein Drittel der Fläche darf stärker perforiert sein, Spaltenböden sind zwar erlaubt, Liegeflächen müssen aber weitgehend ohne Perforation sein. Festboden statt perforierte Böden in Abferkelbuchten und Jagerställen. Über 90 Prozent der Tiere stehen auf Vollspaltenböden.
Futter Nur gentechfreie Futtermittel (freiwillig). Genverändertes Futtergetreide erlaubt.
Frischwasser, Beschäftigungsmaterial und Tageslicht Jederzeit zwingend angeboten. Weniger strenge Vorschriften.

Quelle: Suisseporcs

So viel Platz haben Schweine in der Schweiz und in Deutschland im Vergleich

In der Schweiz sind die Mindestanforderungen für das Halten von Nutztieren im Anhang zur Tierschutz-Verordnung geregelt. Für Europa bestehen keine einheitlichen Regelungen. Das bedeutet, dass Schweine in der Schweiz bis zu 40 Prozent mehr Platz zur Verfügung haben.

Minimaler Platzbedarf für Schweine (in m2)

Gewicht (in kg)

Minimaler Platzbedarf

in der Schweiz (in m2)

Minimaler Platzbedarf

in Deutschland (in m2)

5–10   0.15
bis 15 0.20  
10–20   0.20
bis 20    
15–25 0.35  
20–30   0.35
30–50   0.50
25–60 0.60  
50–85   0.75
60–85 0.75  
85–110 0.90 0.75
110–160 1.65  
> 110   1.00
Galt-Sauen 2.50 2.25

Quellen: BLW und Laves, Niedersachsen

Staatliche Tierschutz-Fördersysteme und Label-Programme für Schweine in zwölf EU-Ländern und der Schweiz

Label-Programme wie Coop Naturafarm oder Migros TerraSuisse sowie staatliche Anreize wie die Tierwohl-Beiträge der BTS-/RAUS-Programme führen zu Tierhaltungs-Systemen, die deutlich über denjenigen der Tierschutz-Gesetzgebung liegen.

Der Schweizer Tierschutz STS führte in zwölf EU-Ländern eine Umfrage über die Verbreitung von besonders tierfreundlichen Haltungsformen durch (Weide, Auslauf- und Freilandhaltung, Bio-Tierhaltungen). Die Resultate wurden mit der Verbreitung von BTS- und RAUS-Haltungsformen in der Schweiz verglichen.

Bei den Schweinen stand die Schweiz europaweit mit Abstand die höchsten Anteile an besonders tierfreundlichen Haltungsformen auf.

Auslauf von tragenden Sauen und Mast-Schweinen (in Prozent)

  CH A NL F S D FIN GB DK B IRL PL EST
Auslauf tragende Sauen 66 <5 <5 <5 5–10 5–10 <5 40–60 <5 <5 <5 5–10 <5
Auslauf Mast-Schweine 62 <5 <5 <5 5–10 5–10 5–10 5–10 <5 <5 <5 5–10 <5

Quelle: Schweizer Tierschutz STS, «Freihandel und Tierschutz, ein Vergleich Schweiz-EU»

 

 

 

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