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Der Mulcher am richtigen Ort

Ein Mulcher verarbeitet niedergefahrene Stoppeln nicht gut. Durch den Häcksler und die Abfuhrfahrzeuge wird ein grosser Teil davon platt gedrückt. Kemper löst das Problem mit einer Mulch-Einheit am Erntevorsatz vor den Rädern.


Publiziert: 08.01.2020 / 06:30
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Kurz & bündig

  • Mulchen verhindert die Überwinterung des Maiszünslers.
  • Häcksler und Abfuhr-Fahrzeuge fahren Stoppeln platt, die dann vom Mulcher nicht erfasst werden.
  • Der StalkBuster ist am Erntevorsatz montiert und mulcht die Stoppeln vor dem Rad.
  • Bei kniehohem Schnitt werden nicht die ganzen Stoppeln erfasst.

Die meisten Mulchgeräte haben eine rotierende Welle mit angebauten Hämmern oder Messern, welche die Ernterückstände zerschlagen. Eine solche Maschine ist eigentlich eine simple Konstruktion, dazu braucht es keine grosse Ingenieurskunst.

Trotzdem ist es unmöglich, mit einem Mulcher eine hundertprozentige Wirkung zu erzielen. Seien es Mais-, Getreide- oder Raps-Stoppeln: Immer hat es Fahrspuren von Ernte- und Abfuhr-Fahrzeugen, welche die Stoppeln flach gedrückt haben. Selbst wenn der Mulcher perfekt eingestellt ist und die Hämmer kurz vor dem Boden aufschlagen, werden nicht alle flachgelegten Pflanzenteile erreicht.

Mulchen ist Feldhygiene

Das ist schade, denn durch das Zerkleinern werden die Verrottung der Rückstände gefördert und bei Mais die Überwinterung des Zünslers verhindert. Mulchen hat also viel mit Feldhygiene zu tun und es ist schade, wenn durch die erwähnte Situation der Wirkungsgrad beschränkt ist. In den Kästen zeigen wir einige alternative Mulch-Verfahren, die eine bessere Wirkung erzielen sollen.

StalkBuster mulcht vor dem Rad

Um die Situation beim Mais zu verbessern, hat Kemper den Maishäcksler-Vorsatz namens StalkBuster entwickelt. Hier befindet sich am reihenunabhängigen Maisgebiss eine Mulch-Einheit mit runden Schlegeln, welche mit 350 U/min die Stoppeln zerstören, bevor die Räder der Vorderachse darüber rollen.

Frank Völker ist Werksbeauftragter von Kemper und hat den ersten StalkBuster in der Schweiz an einer Vorführung Ende der Saison vorgestellt. Die Wirkungsweise zeigte sich viel besser als bei jedem anderen Mulchgerät, weil eben alle Stoppeln stehen. Laut Frank Völker handelt es sich um immerhin rund 40 Prozent der Stoppeln, die davon betroffen sind. Hier hat der StalkBuster einen riesigen Vorteil gegenüber jedem anderen Mulchgerät, welches in einem nachträglichen Durchgang mit dem Traktor eingesetzt wird.

Auffasern statt schneiden

Die speziell geformten runden Schlegel zertrümmern die Rückstände intensiv. Die Form wurde so entwickelt, dass, im Gegensatz zu Messern, keine Stoppelstücke geschnitten, sondern diese aufgefasert und verrieben werden. In ganzen Stücken könnte der Zünsler allenfalls noch überleben.

Am reihenunabhängigen Kemper Vorsatz für acht Reihen (75 cm Reihenabstand) sind acht Mulch-Schlegel montiert. Sie sind mit einem Schwenkgetriebe in den Antriebsstrang des Maisgebisses integriert und werden von dieser Welle angetrieben. Dazu werden vom Motor rund 50 PS zusätzlich abverlangt, wie Lohnunternehmer Roland Sommer aus Kirchlindach BE erklärt. Er hat den StalkBuster während des ganzen Herbstes eingesetzt.

Druckluft regelt Bodenauflage

Ist das Maisgebiss in Arbeitsposition, werden die Mulch-Einheiten hinten abgesenkt. Es sieht dann so aus, als würden die Einheiten schräg nachgeschleppt. Dabei werden sie einzeln mit einem Druckluftzylinder an den Boden angepresst. An der Vorderseite schlägt der Schlegel an den oberen Teil der Stoppeln, am hinteren Ende kreist er knapp über den Boden. So wird eine gute Zerkleinerung bis knapp über die Bodenoberfläche erreicht.

Viele Landwirte haben erkannt, dass sich das Mulchen von Mais-Stoppeln lohnt, weil dadurch die Feldhygiene verbessert wird. Meistens wird dazu ein Schlegelmulcher mit rotierender Welle und Hämmern eingesetzt. Dies verursacht Kosten von rund
Fr. 80.–/ha. Diesen Betrag hat auch Roland Sommer für die zusätzliche Dienstleistung verlangt, was von den Landwirten auch gut akzeptiert worden sei.

Keine Wirkung beim Hochschnitt

Die sehr gute Wirkungsweise des StalkBuster ist bei normaler Schnitthöhe gegeben. Wird der Mais für eine höhere Nährstoffdichte jedoch kniehoch geschnitten, stösst der StalkBuster an seine Grenzen. Die Mulch-Werkzeuge reichen dann nicht bis zum Boden hinunter. Und je höher der Mais geschnitten wird, desto länger bleiben die Stoppeln unbearbeitet zurück.

Damit auch beim Hochschnitt die volle Wirkung erzielt werden kann, müsste die Mulch-Einheit vom Maisgebiss entkoppelt werden. Mit einem Parallelogramm könnte der Bewegungsbereich vergrössert werden. Laut Frank Völker sei dies jedoch nicht in Planung, weil damit die kompakte Bauweise nicht mehr möglich sei. Gemäss Lohnunternehmer Sommer, sei es jedoch nur selten, dass die Kunden einen etwas höheren Schnitt verlangen.

 

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