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Billig-Milch von Migros, Coop, Denner, Aldi und Lidl macht Schweizer Tierschutz sauer

Mit Dumpingpreisen für konventionelle Milchprodukte machen Migros, Coop, Denner, Aldi und Lidl die Label- und Bio-Produkte unattraktiv. Die Detailhändler subventionieren mit Margen bis 80 Prozent auf Label- und Bio-Produkten die konventionellen Milchprodukte, zeigt eine Marktanalyse vom Schweizer Tierschutz STS.


Mit Dumpingpreisen für Milchprodukte aus konventioneller Tierhaltung schafft der Detailhandel überhohe Preisdifferenzen zu Label- und Bio-Milchprodukten. Die mit Margen bis 80 (!) Prozent künstlich verteuerten Label- und Bio-Milchprodukte in Migros, CoopDenner, Aldi und Lidl subventionieren so die konventionell produzierten Milchprodukte. «Und das mindert die Attraktivität von tierfreundlichen Produkten massiv», heisst es in einer neuen «Marktanalyse Milch & Milchprodukte» vom Schweizer Tierschutz STS.

Die Daten für die Studie «Marktanalyse Milch & Milchprodukte» (PDF zum Download) vom Schweizer Tierschutz STS wurden erhoben für:

  • Konsummilch (Vollmilch und teilentrahmte Milch)
  • Butter, Joghurt (Nature und Fruchtjoghurt), Magerquark sowie
  • die Käsesorten Gruyère, Raclette und Mozzarella

Erhoben wurden die Daten von Oktober 2020 bis Februar 2021 in den Verkaufsstellen der Grossverteiler Migros und Coop sowie in den Discountern Denner, Aldi und Lidl.

Dumpingpreis von 1 Franken/Liter Milch wird quersubventioniert von Label- und Bio-Milch

Im Detailhandel kostet ein Liter Milch oft nur 1 Franken, um die Konsumenten in den Laden zu locken. Eine 2 Liter Packung Migros Budget Vollmilch kostet zum Beispiel 2.05 Franken. Die daneben stehenden Label- und Bio-Milchprodukte sind bis doppelt so teuer: 1 Liter Bio-Vollmilch kostet 1.80 Franken, Demeter-Vollmilch 2.10 Franken – sogar mehr als die 2 Liter Packung Migros Budget Vollmilch. Coop erschwert den Preisvergleich zusätzlich mit 1,75 Liter Milchpackungen für die Billig-Milch.

Gemäss der «Marktanalyse Milch & Milchprodukte» vom Schweizer Tierschutz STS schlagen Migros und Coop bis zu 80 (!) Prozent auf den Einstandspreis drauf:

  • 31 Prozent Marge für 1 Liter Milch aus konventioneller Tierhaltung
  • 42 Prozent Marge für 1 Liter Bio-Milch

  • 51 Prozent Marge für 1 Becher Frucht-Joghurt aus konventioneller Tierhaltung
  • 70 Prozent Marge für 1 Becher Bio Frucht-Joghurt

Noch krasser ist der Unterschied der Marge beim Nature-Joghurt:

  • 40 Prozent Marge auf 1 Becher Nature-Joghurt aus konventioneller Tierhaltung
  • 80 Prozent Marge auf 1 Becher Bio Nature-Joghurt

Bei den Discountern Denner, Aldi und Lidl sind die Unterschiede weniger extrem, aber immer noch markant.

Kein Wunder, liegt der Umsatzanteil von Milchprodukten wie zum Beispiel IP-Suisse und Bio Suisse im Schweizer Detailhandel bei nur 11 Prozent, während in der Schweiz 15 Prozent der Milchkühe unter Labels wie IP-Suisse und Bio gehalten werden. Der Anteil der Schweizer Kühe, die in den beiden Tierwohl-Programmen des Bundes Besonders Tierfreundliche Haltung BTS und Regelmässiger Auslauf im Freien RAUS liegt sogar bei 45,8 Prozent (BTS) respektive 83,3 Prozent (RAUS).

Umsatzanteil von Label- und Bio-Milchprodukten im Schweizer Detailhandel soll gesteigert werden

Damit der Umsatzanteil von Label- und Bio-Milchprodukten im Schweizer Detailhandel gesteigert werden kann, «müssen deutlich mehr tierfreundlich produzierte Milchprodukte ihren Weg zu den KonsumentInnen finden und die ProduzentInnen von diesen Mehrwerten profitieren können», erklärt Stefan Flückiger, Geschäftsführer Agrarpolitik bei Schweizer Tierschutz STS.

Flückiger wird noch deutlicher: «Damit sich die Label-Produkte aus der Nische befreien können, müssen gute und faire Marktbedingungen vorhanden sein. Das ist derzeit nicht der Fall. Vielmehr tobt ein ruinöser Preiskampf – zum Nachteil tierfreundlich erzeugter Produkte und letztlich zum Nachteil der Tiere.»

Der Schweizer Tierschutz STS fordert deshalb den Detailhandel auf, diese Preisdifferenzen zu reduzieren: Konventionelle Milch und Milch-Produkte sollen nicht mehr mit Dumpingpreisen «verschleudert», Label- und Bio-Produkte dagegen günstiger angeboten werden.

Der STS schlägt zudem vor, die Ladenpreise mit maximalen Bandbreiten an den Produzentenpreisen auszurichten und die Label- und Bio-Produzenten proportional an der Wertschöpfung teilhaben zu lassen.

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