Die Alp Obriste Morgeten ist von Oberwil im Simmental aus mit einer schönen Wanderung von 11 km Länge zu erreichen. Oder umgekehrt es Bitzeli kürzer von der «Underi Gantrischhütte» mit 4 km Wanderweg. Gehauen wie gestochen: Es geht stotzig bergauf. Die Alp liegt nämlich auf 1900 bis 2165 m ü. M. direkt unter dem Morgetenpass auf der Grenze zwischen Simmental und Gantrischgebiet.

Ein altes Sprichwort tut der Alp am Berghang aber arg unrecht: «Morgeten ist ein Geissen-Himmel, eine Kuh-Hölle und ein Leute-Teufel!»

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Wir sammeln alle Bilder der besuchten Alp-Beizli in einer Foto-Galerie der 60 Alp-Beizli im Berner Oberland (Link anklicken). Diese Foto-Galerie wird während der Alp-Saison 2021 und 2022 wöchentlich aktualisiert.

Dass die Fleckvieh-Rasse Simmentaler nach dem Tal benannt wurde, weiss jeder Landwirt.

Schon längst ging aber vergessen, dass der Name Simmental von den sieben Quellen (früher: Brunnen) an der Quelle der Simme kommt, die fünf Kilometer hinter dem Dorf Lenk auf dem Rezliberg auf 1500 m ü. M. am Fuss einer mächtigen Kalksteinwand entspringen. Aus «Sibe Brünne» entstand der Name Sibne und später Simme, für den Fluss und das gleichnamige Simmental.

Die Obriste Morgete gehört der Alpgenossenschaft Morgetenberg-Bunschen in Oberwil BE. Geführt wird die Alp von der Familie Siegenthaler. Hansjürg Siegenthaler ist der Bewirtschafter, seine Mutter Rosmarie die Käserin und Vater Hansueli Siegenthaler der Senn (siehe Foto). Der 80jährige Hansueli Siegenthaler geht schon den 68. Sommer z'Alp.

Die Sennhütte der Alp Obriste Morgeten liegt auf einem Felssporn

Die alte Sennhütte wurde im Dezember 1999 vom Orkan Lothar zerstört. Mit Bruchstein-Mauerwerk und einem Satteldach mit Gerschild (dem Bedachungsdreieck über der Giebelfront) wurde die neue Sennhütte gebaut. Sie steht in markanter Lage auf einem Felssporn.

Auf der Talseite liegen der Wohnteil mit Küche, einem kleinen Milchgaden und Stube. Dahinter zwei Doppellängs-Ställe, in die sich die Milchkühe tagsüber vor der Sommerhitze zurückziehen können. In der Küche wird im 400 Liter-Kessi über einer ummantelten Feuergrube der Käse vom elektrischen Rührwerk bewegt und dann mit einer Hebel-Spindel-Presse aus dem Kessi gehoben. Die Käse-Laibe werden in den Käsekeller gebracht.

Rund 300 Meter Luftlinie entfernt steht auf dem Stierenläger ein 200 Jahre alter Stall ebenfalls aus Bruchstein-Mauerwerk, der als Jungviehstall genutzt wird.

Die Alp Obriste Morgeten ist derzeit mit einer Güterstrasse mehr recht als schlecht erschlossen. Wenn das Vieh aber nach dem Sommer 2021 wieder im Tal ist, soll die Strasse ausgebessert werden.

Auf der Alp Obriste Morgeten werden 30 Milchkühe und 20 Rinder gealpt

2021 werden hier gealpt:

  • 20 Milchkühe
  • 30 Rinder
  • 6 Geissen
  • 3 Schweine

Ein grosser Teil der Käse-Produktion wird im «Alp-Kiosk» auf dem Morgetenpass verkauft

Der Käsekeller der Alp Obriste Morgeten wurde auf Steinwurf-Distanz halb unter dem Boden gebaut. Im etwas feuchtem Klima werden am Ende der Alpsaison 120 Laibe auf Holzbankungen liegen – wenn sie nicht schon vorher auf der Alp verkauft wurden.

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Denn ein grosser Teil vom Käse wird zusammen mit dem Trockenfleisch und der Trockenwurst vom Rind im Alp-Beizli und am «Alp-Kiosk» auf dem Morgetenpass verkauft.

Die Produktion eines Alp-Sommers:

  • 1300 kg Berner Alpkäse AOP und Hobelkäse AOP in 120 Laiben
  • 130 kg Geissenkäse

Davon geniessen wir auf der Alp Obriste Morgeten (im Uhrzeigersinn):

  • Ziegenkäse aus der Saison 2021
  • Trockenfleisch und Trockenwürste aus Rindfleisch
  • Berner Alpkäse AOP aus der Saison 2020