Die ungeliebten Blacken sind aus ihrem Winterschlaf erwacht. Wer viele Blacken in seinen Wiesen hat und ihnen mit anderen Methoden nicht Herr werden kann, für den ist die Flächenbehandlung eine wichtige Option zur Bekämpfung. Dabei gilt es, nicht zu lange zuzuwarten, denn: «Die beste Wirkung bei einer Flächenbehandlung im Frühling haben wir im ersten Aufwuchs», weiss Fenaco-Berater Thomas Kim.


Ab Mai bis Ende August ist die Wirkung eingeschränkt, da die Blacken den Wirkstoff nicht mehr ausreichend in die Wurzeln transportieren und sie bereits zu stark sind. Ideal wäre die Behandlung im September. Wenn aber der Druck gross ist, darf nicht zugewartet werden. Wichtig: Während der generativen Phasen – also ab Stängeltrieb anfangs Mai bis Mitte August – ist der Wirkstoff-Transport in die Wurzeln schlechter als in der vegetativen Phase.
Einzelstockbehandlungen zeigen immer höheren Wirkungsgrade als Flächenbehandlungen. Ein weiterer Vorteil ist, dass bei der Einzelstockbehandlung der Ertrag der Wiese nicht beeinträchtigt wird. Das ist bei der Flächenbehandlung anders. Es gibt aber eine Methode, wie die Ertragseinbusse abgefedert werden kann.

Asulam kann mit Flüssigdünger kombiniert werden

Als Wirkstoff bei Flächenbehandlungen kommt am häufigsten Asulam zum Einsatz. Dieser darf nicht mehr eingesetzt werden, sobald der Löwenzahn oder andere Wiesenpflanzen blühen, da es sonst zu Rückständen im Bienenhonig kommt.

Zu langes Warten birgt aber noch eine weitere Gefahr: «Wenn die Temperaturen hoch sind, kann die Wiese durch diese Flächenbehandlung ausgebremst werden», weiss Thomas Kim. Eine Option sei das Beimischen eines Flüssigdüngers: «Damit steigern wir die Wirkung von Asulam und federn die Wachstumsdepression der Wiese etwas ab.»

Hahnenfuss am besten im Frühling bekämpfen


Nebst den Blacken ist der scharfe Hahnenfuss ein ungebetener Gast in unseren Wiesen. Tritt er in problematischem Ausmass auf, kann die Flächenbehandlung mit der Blackenkur kombiniert werden. Der Hahnenfuss lässt sich effizient im Frühling vor dem Knospenschieben bekämpfen. Kim empfiehlt hier ein Produkt auf MCPB-Basis.
Sind keine Blacken, sondern nur Hahnenfuss vorhanden, kann sich eine andere Strategie lohnen: Der Hahnenfuss lässt sich gut nach dem ersten Schnitt bekämpfen. Nach dem Mähen bildet er rasch wieder ein Blätterdach, welches den Wirkstoff hervorragend aufnimmt.

Wartefristen einhalten und dichte Grasnarbe fördern

Zu beachten ist, dass die Wiese zum Zeitpunkt der Behandlung nicht nass sein sollte. Die Mittel wirken nicht optimal, wenn erst kürzlich gegüllt wurde und die Pflanzenoberfläche noch verschmutzt ist. «Die Wartefristen für die Futternutzung dürfen nicht vergessen werden», mahnt Kim. Diese betragen drei Wochen für Milchvieh und zwei Wochen für alle anderen Nutzungen.


Wichtig sind vorbeugende Massnahmen: Eine dichte Grasnarbe ist das beste Mittel gegen unerwünschte Lückenfüller wie den Hahnenfuss und hindert Blackensamen an der Keimung. Damit die Grasnarbe auch nach der Flächenbehandlung dicht bleibt, kann eine Übersaat helfen. Ansonsten drohen die Gemeine Rispe oder andere Lückenfüller den freigewordenen Platz zu beanspruchen.