Die Importe energiereicher Futtermittel stiegen zwischen 2014 und 2024 um 36 Prozent. Futtermais legte dabei am stärksten zu (+99 %), Futterweizen wuchs moderater (+17 %). Futtergerste blieb mit einem Rückgang von 8 Prozent vergleichsweise stabil. Futtergerste ist auch die einzige Kategorie, die mehrheitlich aus Schweizer Produktion stammt. Die Importpreise franko Grenze blieben über den gesamten Zeitraum weitgehend stabil; der Ukraine-bedingte Preisausschlag 2022 hat sich inzwischen normalisiert.

Besonders ausgeprägt ist die Verlagerung bei Eiweissfuttermitteln. 2014 stammten 71 Prozent des importierten Sojaextraktionsschrots aus Brasilien – heute sind es noch 4 Prozent. Der Grund: In Brasilien sind inzwischen 97 Prozent der Sojaernte gentechnisch verändert. Da Schweizer Labelanforderungen wie IP-Suisse, Bio Suisse oder Naturafarm GVO-Freiheit vorschreiben, schied Brasilien faktisch als Lieferant aus. Das Sojanetzwerk Schweiz – ein Verbund von Futtermühlen, Händlern und Detailhändlern – hat die Beschaffung schrittweise auf Europa umgestellt. 2024 stammten 93 Prozent des Futtersojas aus europäischen Ländern, vor allem aus Deutschland, Italien und Österreich.

Die geografische Nähe erhöht die Nachvollziehbarkeit in der Lieferkette. Doch die strukturelle Importabhängigkeit bleibt: 40 Prozent des benötigten Kraftfutters werden auf 60 Prozent der verfügbaren Schweizer Ackerflächen angebaut. Eine Ausdehnung dieser heimischen Anbauflächen würde die Lebensmittelproduktion konkurrenzieren.