Die Umstellung von der Winter- auf die Frühlingsfütterung ist jedes Jahr gleich – und doch anders. Dieses Jahr dürften die milden Temperaturen und das fortgeschrittene Graswachstum manchen Betriebsleiter und manche Betriebsleiterin dazu verführt haben, die Herde bereits stundenweise weiden zu lassen.

Dennoch hat der astronomische Frühling erst heute, den 20. März, begonnen. An diesem Tag stand die Sonne laut SRF-Meteo morgens um 4.06 Uhr genau senkrecht über dem Äquator und markierte so den Frühlingsbeginn. Der Start des astronomischen Frühlings wird zudem dadurch definiert, dass der Tag gleich lang ist wie die Nacht.

Je nach Region gehts los

Heisst das nun, dass der Frühlingsstart den Weidestart angibt? Je nach Region dürfte das der Fall sein. Dabei gilt es, die Gehalte des Weidegrases in Erinnerung zu rufen. So ist der erste Auswuchs magnesiumarm, enthält hohe Anteile an schnell fermentierbaren Kohlenhydraten und weist generell einen tiefen Rohfasergehalt auf. Das hat Konsequenzen für die Fütterung: Fehlt die Futterstruktur, sinkt der Pansen-pH-Wert innert kürzester Zeit ab, was zu einer akuten oder versteckten Übersäuerung (Azidose) führen kann.

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Auch beeinflussen die leicht löslichen, energie-, protein- und stickstoffreichen Futterinhaltsstoffe die Zusammenstellung der Bakterien, Einzeller und Pilze im Pansen. Dies kann zu einem Anstieg der flüchtigen Fettsäuren führen, was wiederum die Gefahr einer Pansenazidose erhöht, wie Experten warnen.

Kalium-Magnesium-Relation

Das magnesiumarme Junggras schränkt die Aufnahme des Mengenelements ein, zumal Magnesium der Antagonist von Kalium ist. Darum sollte man zu Beginn der Grünfütterung auf eine magnesiumreiche Mineralsalzmischung umsteigen, das rät Hansueli Rüegsegger von der UFA. Denn: Die Magnesium-Absorption liegt mit rund 20 % deutlich tiefer als bei anderen Mengenelementen – und im Frühling liegt die Absorption sogar nur bei 10 bis 15 %. Weiter ist die Passagerate der Gesamtration im Frühjahr erhöht. Aus diesen Gründen ist es unerlässlich, die Magnesiumversorgung im Frühling deutlich zu erhöhen, so Rüegsegger.

Natriumzufuhr erhöhen

Neben der Magnesiumversorgung im Frühling ist auch Natrium von Bedeutung: Die Zufuhr über das Viehsalz ist bei der Umstellung auf die Frühlingsfütterung zu erhöhen. Generell gilt es, die Wiederkäuer zu Beginn der Weidesaison nicht hungrig und anfangs nur stundenweise auf die Weide zu lassen, sonst steigt die Gefahr einer Pansenblähung.