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Stallaktuell: Praxistipps unter anderem zum Thema Pansenblähung

· Tierhaltung
Das Thema Pansenblähung ist eines von vier Themen in der Rubrik Stallaktuell der Oktober-Ausgabe von «die grüne».

Geflügelhaltung: Kranke und schwache Tiere fachgerecht töten

Beim täglichen Kontrollgang im Geflügelstall ist es wichtig, schwache, missgebildete, kranke oder verletzte Tiere zu erkennen. Das erfordert gerade bei grösseren Herden viel Aufmerksamkeit.

Im Sinne des Tierschutzes sind diese Tiere entweder in ein Krankenabteil zu bringen (etwa verletzte Legehennen) oder aber fachgerecht zu töten.

Gemäss Tierschutzverordnung und Fachinformation des Bundes sind die Tiere vor der Tötung fachgerecht zu betäuben. Dies geschieht mit einem kräftigen, stumpfen Schlag auf den Hinterkopf, etwa mit einem Holzstab.

Die Tötung erfolgt anschliessend durch Genickbruch – sei es durch erlerntes und geübtes «Strecken» oder mit Hilfe einer speziellen Tötungszange.

Tote Tiere sind ausserhalb des Tierbereiches in einem geschlossenen Behälter und kühl aufzubewahren, bis sie an die Tierkadaversammelstelle geliefert werden.

Fachgerechtes Ausmerzen gehört zur Pflicht jedes gewissenhaften Geflügelhalters – und es trägt dazu bei, «unschöne» Bilder in den Medien zu vermeiden!


Andreas Gloor, Aviforum

Mutterkühe: Mutterkühe und Kälber nicht hungrig auf die Weide schicken

Vielerorts gehören braune Weideflächen glücklicherweise der Vergangenheit an. Nachdem erste Niederschläge übers Land gezogen sind, kann das Gras in den meisten Fällen auf einen mit Nährstoff angereicherten Boden zurückgreifen. Mutterkuh-Betriebe verlockt es, wieder relativ schnell auf eine Vollweide umzustellen. Die Witterungsänderung hat dazu geführt, dass ein schnell eintretender Futterwuchs entstanden ist. Dies erfordert ein restriktives Fütterungs-Management. Das schnell gewachsene Herbstfutter enthält 
wenig Struktur und hohe Rohproteinwerte.


Für eine optimale Ergänzung dieses Weidefutters eignen sich regelmässige Dürrfuttergaben von mittlerer bis guter Qualität. Um die Energieversorgung des Beefs zu gewährleisten, ist auch die Maissilage-Fütterung eine gute Versicherung.


Insbesondere Wiesenbestände mit über 30 Prozent Kleeanteil benötigen ein besonderes Augenmerk. Werden solche Wiesenbestände geweidet, sollten die Mutterkühe und Kälber nie hungrig auf die Weide geschickt werden.


Reto Spörri, LZ Liebegg

Rindvieh: Vorsicht Pansenblähung!

Durch die Sommertrockenheit und dem Wachstumsstillstand der Wiesen ist das Gras mit ausreichend Niederschlag in den letzten Wochen sehr schnell gewachsen und leicht verdaulich geworden. Ebenfalls ist der Kleeanteil und dadurch der Eiweissgehalt im Wiesenfutter hoch.

Deshalb besteht ein grosses Risiko für schaumige Pansenblähungen. Vorbeugend sollte den Kühen vor dem Weidegang – beziehungsweise vor dem Verfüttern von Frischgras – Heu oder älteres Emd angeboten werden.


Ebenfalls ist zu verhindern, dass den Kühen gefrorenes oder angewelktes Futter zur Verfügung gestellt wird. Falls in der Nacht ein Raureif auftritt, muss abgewartet werden, bis dieser wieder aufgetaut ist. Falls es trotzdem zu einer schaumigen Blähung kommen soll, braucht es je nach Schweregrad unterschiedliche Behandlungsmassnahmen.


In jedem Fall sollte nicht zu lange mit dem Beizug des Tierarztes gewartet werden. Falls das Tier noch steht, kann die Kuh vorne höhergestellt werden und faserreiches Heu gefüttert, kohlensäurehaltige Getränke oder Speiseöl verabreicht werden. Bei fortgeschrittener Blähung kann eine Schlundsonde verwendet werden.


Ist die Blähung schon akut lebensbedrohlich, bleibt nur noch der fachgerechte Pansenstich mit einem Trokar. Dieser sollte, ausser bei absoluten Notfällen, dem Tierarzt überlassen werden.


Josias Meili, Strickhof

Schweine: Stickstoffreduzierte Phasenfütterung konsequent umsetzen


Seit diesem Jahr läuft das Programm «Stickstoffreduzierte Phasenfütterung bei Schweinen» im Rahmen der Ressourcen-Effizienz-Beiträge (REB). Das Programm strebt eine weitere Verbesserung der Protein-Effizienz in der Schweinehaltung an und befasst sich mit zwei wichtigen Herausforderungen der Schweinebranche: dem Soja-Import und den Ammoniak-Emissionen. Wie der Programmname vermuten lässt, soll die bessere Protein-Effizienz durch den Einsatz von protein- beziehungsweise stickstoffreduziertem Futter und mit Phasenfütterung erzielt werden.


Etwas überraschend wird nun in der Umsetzung die Phasenfütterung nicht verlangt. Mastbetriebe können den Grenzwert von 11 g RP/MJ VES auch nur mit einem Protein-reduzierten Durchmastfutter einhalten.

 

Damit können die Betriebe eine Teilwirkung erzielen. Aber mit einem Durchmastfutter sind die Tiere in der Jagerphase unterversorgt und in der Ausmastphase trotz der Protein-Absenkung überversorgt. Auf den meisten Betrieben braucht es zur Umstellung auf Phasenfütterung ein zweites Silo und dadurch Anpassungen der Infrastruktur. Um von Beginn an im Programm dabei zu sein, war der Einstieg mit einem Durchmastfutter sinnvoll. Grössere Betriebe sollten jetzt aber auch die Umsetzung der Phasenfütterung an die Hand nehmen.

 

Durch die tieferen Futtergehalte lassen sich in der Ausmast Futterkosten sparen und die Investition in ein zweites Silo finanzieren. Durch die Anpassung der Futtergehalte kann auch die Phosphor-Bilanz verbessert werden. 


Hat der Transporteur auf dem Lastwagen zwei Transportzellen, können auch Betriebe mit 200 oder weniger Mastplätzen trotz Phasenfütterung volle Lastwagen beziehen, so dass keine Mehrkosten beim Transport entstehen. Die Phasenfütterung ist auch für kleinere und mittlere Betriebe prüfenswert.


Peter Spring, HAFL Zollikofen

StallAktuell im Oktober-Heft 2018 der Fachzeitschrift für die Schweizer Landwirtschaft

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