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Schweinemast: Rotlauf ist heimtückisch

Praxis-Report der Tierärzte vom Schweinegesundheitsdienst der Suisag (SGD)

· Tierhaltung
Rotlauf: In einem geschlossenen Zucht-Mast Betrieb sind in kürzester Zeit vier Tiere verendet. Ein Betriebsbesuch der SGD-Tierärzte bringt Licht ins Dunkel. Die Schweine haben Rotlauf, obwohl sie geimpft wurden.

In einem geschlossenen Zucht-Mast Betrieb sind in kürzester Zeit vier Tiere verendet. Ein Betriebsbesuch der SGD-Tierärzte bringt Licht ins Dunkel. Die Schweine haben Rotlauf, obwohl sie geimpft wurden.

Der Betriebsleiter berichtete, dass es seit Längerem immer wieder Tiere gebe, welche sich nur schwer auftreiben lassen und sich dann auffallend steif bewegen.

Jetzt hat sich die Situation zugespitzt. Es sind rund 30 Prozent der Tiere betroffen. Zusätzlich traten plötzliche Todesfälle auf und mehrere Mastschweine haben Fieber über 40 Grad. Diese Schweine sind apathisch und zeigen Fress- und Bewegungsunlust.

Der Betrieb schützt die Schweine mit verschiedenen Impfungen, auch mit einer gegen Rotlauf

Der Betrieb hat 50 Sauenplätze und 460 Mastplätze in Auslaufhaltung. Die Mutterschweine und Remonten werden gegen die Krankheiten Rotlauf/Parvo geimpft. Die Remonten erhalten zusätzlich Impfungen gegen Durchfallkrankheiten (Clostridium perfringens Typ C und Coli). Die Saugferkel werden gegen Circovirose geimpft. Eine Infektion mit dem Cirovirus schwächt die körpereigene Abwehr und begünstigt so die Infektion mit weiteren Erregern.

Der Maststall wird kontinuierlich bestossen. Reinigung und Desinfektion erfolgt nach dem Ausstallen der einzelnen Buchten, wenn das wetterbedingt möglich ist.

Zum Zeitpunkt des Betriebsbesuches zeigten mehrere Tiere in unterschiedlichen Buchten die oben genannten Symptome.

Bei der klinischen Untersuchung fanden sich bei einzelnen wenigen Tieren über den ganzen Körper verteilt flächige, bis zu circa 3 cm grosse, leicht rötliche Hautverfärbungen. 

Das klinische Bild sprach für Rotlauf. Um die Diagnose zu bestätigen, wurde ein frisch umgestandenes Tier in die Pathologie gebracht.

Antibiotika als Sofortmassnahme, erneute Impfung und Hygiene-Massnahmen zur Prävention

Während diese Abklärung lief, bekam der Betriebsleiter die Meldung vom Schlachthof, dass zwei Tiere aufgrund eines Rotlauf-Befundes konfisziert wurden. 

Der Rotlauf-Erreger konnte in der bakteriologischen Untersuchung nachgewiesen werden. Als Sofortmassnahme wurden die Mastschweine antibiotisch mit einem Penicillin-Präparat behandelt. Auch bei der nächsten Schlachtung gab es Tiere mit Rotlauf-Befund.

Deshalb empfahl das SGD-Tierarzt-Team dem Betriebsleiter, die Tiere beim Einstallen in die Mast nochmals gegen Rotlauf zu impfen.

Ausserdem riet das SGD-Team dazu, die Mäuse-Bekämpfung, die Reinigung und die Desinfektion kontinuierlich durchzuführen.

Seit die oben genannten Massnahmen durchgeführt werden, gab es keine Beanstandungen vom Schlachthof. 

Bei den durchgeführten Massnahmen hat der Betriebsleiter Handschuhe getragen, da Zoonose-Potenzial besteht. 

Praxis-Bericht der Suisag/SGD-Tierärzte im Heft 18-08 der Fachzeitschrift für die Schweizer Landwirtschaft

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