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Das Quad – der «Zweit-Traktor» für Schweizer Landwirte

Video-Reportage über Quads (All Terrain Vehicle ATV) in der Landwirtschaft

· Landtechnik
Ein Quad, getestet vom Schweizer Landwirt Matthias Gfeller im tief verschneiten Kemmeriboden im Emmental BE.

Quad fahren ist mehr als nur Spass: Immer mehr Landwirte fahren diese wendigen Geländefahrzeuge zwischen Hof, Weide, Feld und Wald. Was Quads in der Landwirtschaft können, zeigt unser Besuch bei Matthias Gfeller im tief verschneiten Kemmeriboden BE (mit Video!).

«Warum sollte ich das schwere Seil von Hand schleppen?» Matthias Gfeller zieht das Winden-Seil mit dem Quad schnell und leicht über den schneebedeckten Weg bis hin zur gefällten Tanne. Dort hängt er den Stamm an und zieht ihn per Fernbedienung des Winden-Traktors zum Rüstplatz.

 

Matthias Gfeller hat das Quad nicht angeschafft, um damit die Seilwinde auszuziehen, «aber ich entdecke immer wieder neue Einsatzmöglichkeiten».

 

Als der Landwirt vom Hof Schönisey auf dem Kemmeriboden im Emmental BE das Geländefahrzeug vor einem Jahr kaufte, standen andere Aufgaben im Vordergrund. Gfeller wollte mit dem Quad «nur» vom Hof in den Forst zu fahren und dabei die Motorsäge und etwas Werkzeug mitzuführen. Oder das Vieh von der Weide zu holen, die Weiden kontrollieren und Zäunen.

 

Gfeller hat aber schnell gemerkt, dass das Quad einen viel grösseren Einsatzbereich hat. Wie das Beispiel mit der Seilwinde zeigt, ergeben sich die Einsätze erst dann, wenn das Fahrzeug auf dem Betrieb steht.

 

Mit dem Quad kann der Landwirt die Betriebskosten senken

 

Immer wenn Matthias Gfeller das Quad benutzt, spart er Geld. Denn der Traktor oder der Personenwagen verursachen höhere Betriebskosten als das Quad. Der Vorteil des Quads liegt aber nicht nur bei den Kosten. Für viele landwirtschaftliche Einsätze ist der Vierrad-Töff besser geeignet, als der Traktor oder der Personenwagen.

 

«Auf das Quad steige ich viel leichter auf und ab, als auf einen Traktor zu klettern oder in ein Auto zu steigen. Zudem kann ich auf dem Quad in Arbeitskleidern und Stiefeln fahren, nicht wie im Auto.» Umgekehrt nutzt die Familie Gfeller das Quad bei Bedarf als Auto-Ersatz.

 

Wenn einer mit dem Quad anfängt, wollen plötzlich alle ein Quad

 

Gfeller hat das Quad bei seinem Landmaschinen-Händler Heinz Siegenthaler aus Wald bei Schangnau BE gekauft. In der Region haben viele Landwirte ihren Fuhrpark mit einem Quad aufgestockt. Das Gebiet ist weitläufig und hügelig bis steil. Mit dem Velo auf der Weide die Tiere zu kontrollieren artet schnell einmal in ein ungewolltes Mountainbike-Training aus. Ein motorisierter Untersatz ist dafür kein Luxus.

 

Viele Landwirte rund um Schangnau nutzen für solche Aufgaben bisher einen Töff, der aber immer öfter mit einem Quad ersetzt wird.

 

«Viele setzen das Quad zum Zäunen und Vieh holen ein, oder sie fahren damit auf die Alp. Im Gegensatz zu einem Töff kann der Landwirt mit dem Quad auch Material transportieren und sogar einen Anhänger mitziehen», erklärt Heinz Siegenthaler.

 

Strassenzulassung als Kleinmotorfahrzeug nur mit Differenzial

 

Heinz Siegenthaler verkauft Quads vom Marktführer CF Moto. Alle Modelle dieser chinesischen Marke sind mit einem Differenzial ausgerüstet, als mit einem Ausgleichsgetriebe. Das Differenzial verbessert bei der Kurvenfahrt die Sicherheit gegenüber der ursprünglich für das Quad charakteristischen starren Hinterachse und ist in der Schweiz seit 2017 für die Strassenzulassung vorgeschrieben.

 

Bei einer Starrachse muss das innere Rad in der Kurve entlastet werden oder es scharrt die Bodenoberfläche auf. Bei sportlicher Fahrweise ist das kein Problem, weil sich dabei das Rad anhebt, was dem Freizeit-«Piloten» Spass macht und den Boden nicht tangiert.

 

Wenn ein Landwirt aber «normal» mit dem Quad herum fährt, hat er damit ein Problem. Hier erhöht das Differenzial die Sicherheit, weil es die Räder in Kurven unterschiedlich schnell aber mit gleicher Vortriebskraft antreibt. Die Kurvenfahrt ist damit so leicht möglich wie mit einem Auto.

 

Heutige Quads können mit einer vielfältigen Zusatzausstattung «aufgerüstet» werden. Die CF Moto-Quads, die Heinz Siegenthaler verkauft, verfügen sogar serienmässig über eine Seilwinde und Anhängerkupplung für leichte Anhänger. Je nach Zulassungskategorie unterscheidet sich die zulässige Anhängelast.

 

Für (fast) jedes Einsatzgebiet gibt es das passende Quad

 

Das kleinste Modell von CF Moto (importiert von der Töffhandel GmbH) kostet rund 7000 Franken. Es hat einen stufenlosen Antrieb mit Untersetzungs-Getriebe, Rückwärtsgang sowie einen zuschaltbaren Allradantrieb und Differenzial-Sperre. Die Motorleistung liegt bei 26 PS und reicht für den landwirtschaftlichen Einsatz aus.

 

Matthias Gfeller fährt auf dem Hof Schönisey ein Quad-Modell der Mittelklasse mit 37 PS. Dieses hat mit 1,46 m einen um 20 cm längeren Radstand gegenüber dem erwähnten Einsteiger-Modell. Das erhöht die Sicherheit beim Bergauffahren mit einer schwer beladenen Transportkiste, die den Schwerpunkt nach hinten verlagert. Mit dem kürzeren Radstand müssen steile Bergfahrten vorsichtiger angegangen werden, als mit dem längeren Radstand.

 

Auch beim Einsatz mit der elektrischen Front-Seilwinde, bietet ein grösseres Modell mehr Stabilität. Der längere Radstand erfordert aber einen grösseren Wendeplatz. Bei seinen Holzer-Arbeiten kann Matthias Gfeller das Quad nicht überall auf dem schneebedeckten Weg wenden und muss sich zwischendurch eine etwas breitere Stelle aussuchen.

 

Die Quads dieser Leistungsklasse haben eine Nutzlast zwischen 200 bis 250 Kilogramm. Matthias Gfeller hat zusätzlich einen kleinen Anhänger für das Zaun-Material. Im steilen Gelände stösst er damit aber rasch an die Zugkraft-Grenzen.

 

Dafür hat das Quad etwas Spielerisches und so fährt Gfeller auch, weil es Spass macht. Was fährt und Spass macht, birgt aber ein Unfallrisiko. Gfeller rät, nicht übermütig zu werden, obschon dieser Reiz immer da ist. Aber mit etwas Übung und Vorsicht kann jedermann sicher Quad fahren.

So wie auf dem Hof von Matthias Gfeller: «Im Sommer brauchen wir das Quad täglich, sei es für die Weidekontrolle zum Beispiel der Tränkestellen, oder um die Tiere von der Weide zu holen.» Und ganzjährig setzt Matthias Gfeller die Seilwinde öfter ein, als ursprünglich gedacht. «Für das Quad und die Seilwinde gibt viel mehr Einsatzmöglichkeiten, als ich mir je vorstellen konnte.»

«Warum sollte ich das schwere Seil von Hand schleppen?» Matthias Gfeller zieht das Winden-Seil mit dem Quad schnell und leicht über den schneebedeckten Weg bis hin zur gefällten Tanne. Dort hängt er den Stamm an und zieht ihn per Fernbedienung des Winden-Traktors zum Rüstplatz.

Matthias Gfeller hat das Quad nicht angeschafft, um damit die Seilwinde auszuziehen, «aber ich entdecke immer wieder neue Einsatzmöglichkeiten».

Als der Landwirt vom Hof Schönisey auf dem Kemmeriboden im Emmental BE das Geländefahrzeug vor einem Jahr kaufte, standen andere Aufgaben im Vordergrund. Gfeller wollte mit dem Quad «nur» vom Hof in den Forst zu fahren und dabei die Motorsäge und etwas Werkzeug mitzuführen. Oder das Vieh von der Weide zu holen, die Weiden kontrollieren und Zäunen.

Gfeller hat aber schnell gemerkt, dass das Quad einen viel grösseren Einsatzbereich hat. Wie das Beispiel mit der Seilwinde zeigt, ergeben sich die Einsätze erst dann, wenn das Fahrzeug auf dem Betrieb steht.

Mit dem Quad kann der Landwirt die Betriebskosten senken

Immer wenn Matthias Gfeller das Quad benutzt, spart er Geld. Denn der Traktor oder der Personenwagen verursachen höhere Betriebskosten als das Quad. Der Vorteil des Quads liegt aber nicht nur bei den Kosten. Für viele landwirtschaftliche Einsätze ist der Vierrad-Töff besser geeignet, als der Traktor oder der Personenwagen.

«Auf das Quad steige ich viel leichter auf und ab, als auf einen Traktor zu klettern oder in ein Auto zu steigen. Zudem kann ich auf dem Quad in Arbeitskleidern und Stiefeln fahren, nicht wie im Auto.» Umgekehrt nutzt die Familie Gfeller das Quad bei Bedarf als Auto-Ersatz.

Wenn einer mit dem Quad anfängt, wollen plötzlich alle ein Quad

Gfeller hat das Quad bei seinem Landmaschinen-Händler Heinz Siegenthaler aus Wald bei Schangnau BE gekauft. In der Region haben viele Landwirte ihren Fuhrpark mit einem Quad aufgestockt. Das Gebiet ist weitläufig und hügelig bis steil. Mit dem Velo auf der Weide die Tiere zu kontrollieren artet schnell einmal in ein ungewolltes Mountainbike-Training aus. Ein motorisierter Untersatz ist dafür kein Luxus.

Viele Landwirte rund um Schangnau nutzen für solche Aufgaben bisher einen Töff, der aber immer öfter mit einem Quad ersetzt wird.

«Viele setzen das Quad zum Zäunen und Vieh holen ein, oder sie fahren damit auf die Alp. Im Gegensatz zu einem Töff kann der Landwirt mit dem Quad auch Material transportieren und sogar einen Anhänger mitziehen», erklärt Heinz Siegenthaler.

Strassenzulassung als Kleinmotorfahrzeug nur mit Differenzial

Heinz Siegenthaler verkauft Quads vom Marktführer CF Moto. Alle Modelle dieser chinesischen Marke sind mit einem Differenzial ausgerüstet, als mit einem Ausgleichsgetriebe. Das Differenzial verbessert bei der Kurvenfahrt die Sicherheit gegenüber der ursprünglich für das Quad charakteristischen starren Hinterachse und ist in der Schweiz seit 2017 für die Strassenzulassung vorgeschrieben.

Bei einer Starrachse muss das innere Rad in der Kurve entlastet werden oder es scharrt die Bodenoberfläche auf. Bei sportlicher Fahrweise ist das kein Problem, weil sich dabei das Rad anhebt, was dem Freizeit-«Piloten» Spass macht und den Boden nicht tangiert.

Wenn ein Landwirt aber «normal» mit dem Quad herum fährt, hat er damit ein Problem. Hier erhöht das Differenzial die Sicherheit, weil es die Räder in Kurven unterschiedlich schnell aber mit gleicher Vortriebskraft antreibt. Die Kurvenfahrt ist damit so leicht möglich wie mit einem Auto.

Heutige Quads können mit einer vielfältigen Zusatzausstattung «aufgerüstet» werden. Die CF Moto-Quads, die Heinz Siegenthaler verkauft, verfügen sogar serienmässig über eine Seilwinde und Anhängerkupplung für leichte Anhänger. Je nach Zulassungskategorie unterscheidet sich die zulässige Anhängelast.

Für (fast) jedes Einsatzgebiet gibt es das passende Quad

Das kleinste Modell von CF Moto (importiert von der Töffhandel GmbH) kostet rund 7000 Franken. Es hat einen stufenlosen Antrieb mit Untersetzungs-Getriebe, Rückwärtsgang sowie einen zuschaltbaren Allradantrieb und Differenzial-Sperre. Die Motorleistung liegt bei 26 PS und reicht für den landwirtschaftlichen Einsatz aus.

Matthias Gfeller fährt auf dem Hof Schönisey ein Quad-Modell der Mittelklasse mit 37 PS. Dieses hat mit 1,46 m einen um 20 cm längeren Radstand gegenüber dem erwähnten Einsteiger-Modell. Das erhöht die Sicherheit beim Bergauffahren mit einer schwer beladenen Transportkiste, die den Schwerpunkt nach hinten verlagert. Mit dem kürzeren Radstand müssen steile Bergfahrten vorsichtiger angegangen werden, als mit dem längeren Radstand.

Auch beim Einsatz mit der elektrischen Front-Seilwinde, bietet ein grösseres Modell mehr Stabilität. Der längere Radstand erfordert aber einen grösseren Wendeplatz. Bei seinen Holzer-Arbeiten kann Matthias Gfeller das Quad nicht überall auf dem schneebedeckten Weg wenden und muss sich zwischendurch eine etwas breitere Stelle aussuchen.

Die Quads dieser Leistungsklasse haben eine Nutzlast zwischen 200 bis 250 Kilogramm. Matthias Gfeller hat zusätzlich einen kleinen Anhänger für das Zaun-Material. Im steilen Gelände stösst er damit aber rasch an die Zugkraft-Grenzen.

Dafür hat das Quad etwas Spielerisches und so fährt Gfeller auch, weil es Spass macht. Was fährt und Spass macht, birgt aber ein Unfallrisiko. Gfeller rät, nicht übermütig zu werden, obschon dieser Reiz immer da ist. Aber mit etwas Übung und Vorsicht kann jedermann sicher Quad fahren.

So wie auf dem Hof von Matthias Gfeller: «Im Sommer brauchen wir das Quad täglich, sei es für die Weidekontrolle zum Beispiel der Tränkestellen, oder um die Tiere von der Weide zu holen.» Und ganzjährig setzt Matthias Gfeller die Seilwinde öfter ein, als ursprünglich gedacht. «Für das Quad und die Seilwinde gibt viel mehr Einsatzmöglichkeiten, als ich mir je vorstellen konnte.»

Text: Beat Schmid
Foto / Video: Martina Rüegger und Jürg Vollmer

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