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Hackgerät mit Kameratechnik

Dank einem Hackgerät mit Kamera kann Bio-Landwirt Bruno Bigler aus Vielbringen BE die Arbeit selbständig und zum bestmöglichen Zeitpunkt durchführen.

· Landtechnik,Pflanzenbau,Smart Farming
Dank einem Hackgerät mit Kameratechnik kann Bio-Landwirt Bruno Bigler aus Vielbringen BE die Arbeit selbständig und zum bestmöglichen Zeitpunkt durchführen.

Die Technik ersetzt den Steuermann: Eine Kamera erkennt die Kulturpflanzen. Ein Hydraulik-Zylinder steuert das Hackgerät exakt entlang der Pflanzen-Reihen. Das erhöht die Flexibilität und gilt als Vorstufe des Hack-Roboters.

Bio-Landwirt Bruno Bigler aus Vielbringen bei Worb BE setzt seit zwei Jahren ein Reihen-Hackgerät mit Kameratechnik ein. Die Bilderkennung und Bildverarbeitung steuern die Hack-Werkzeuge durch die Reihen, ohne dass eine zusätzliche Person auf dem Gerät sitzt und dieses lenkt. «Mir ist es wichtig, dass ich die Hackarbeiten alleine durchführen kann. Dies erhöht die Flexibilität, um die Arbeit zum bestmöglichen Zeitpunkt durchzuführen», sagt Bigler.

Das drei Meter breite Gerät hat einen Haupt- und einen Schiebe-Rahmen, an dem die Werkzeuge montiert sind. Der Hauptrahmen wird am Dreipunkt des Traktors angebaut und seitlich fixiert. Das Anbaugerät braucht keine Bedienung und entspricht einem Hack-Roboter.

Die komplizierten Vorgänge wie Fahren und Wenden erfolgen manuell, deshalb sind viel weniger Sensoren erforderlich.

Bigler setzt das Hackgerät in Mais, Kartoffeln, Ackerbohnen, Sonnenblumen und Getreide ein. Die Reihen-Abstände betragen 75, 50 oder 24 Zentimeter. Das Getreide wird nur mit jedem zweiten Schar gesät.

Das Hackgerät muss für die unterschiedlichen Breiten immer wieder neu bestückt werden. Dabei ist es wichtig, dass die Werkzeugträger exakt eingemessen werden und mit den Saatreihen übereinstimmen. 

An Hanglagen und im Abdrift braucht der Hack-Roboter manuelle Korrekturen


Die Kamera kann beim Reihenabstand von 50 Zentimetern zwei Zeilen sehen. Dies erhöht die Genauigkeit. Im Mais erkennt die Kamera nur eine Zeile. Das reicht gut aus, um die Spur halten zu können. Wenn die Kulturpflanzen gut gediehen sind und viel Masse bilden, kann die Kamera die Zeile nicht mehr exakt orten. 

Dies kann zum Beispiel bei Kartoffeln der Fall sein. Für diesen Fall lässt sich ein zusätzlicher Rahmen mit Lenkrad und Sitz aufbauen. Der Steuermann kann dann von Hand lenken. Der Mensch ist also immer noch intelligenter als die Technik. Die Impulse durch das Lenkrad erfolgen ebenfalls hydraulisch.

Der Traktor muss für die Funktion beider Lenkungsarten einen hydraulischen Kreislauf aufbauen. Für die Elektronik ist ein dreipoliger Stecker notwendig.

Im Terminal auf dem Traktor können Geräte-Einstellungen vorgenommen werden, wie beispielsweise die Höhe der Kamera-Position. Sie hat einen Vorlauf, welcher durch die Höhe bestimmt wird. Bei Hanglage und Abdrift kann im Terminal für den Versatz ein Korrekturwert eingegeben werden.

Bio-Landwirt Bruno Bigler hat mit dem Hack-Roboter normales Unkraut gut im Griff

Für Bruno Bigler ist das selbstlenkende Hackgerät eine grosse Unterstützung bei der biologischen Bewirtschaftung. Normales Unkraut habe man damit gut im Griff. Er setzt das Gerät auf rund 20 Hektaren ein, welche zum Teil mehrmals bearbeitet werden.

Die Hacktechnik liesse sich noch verbessern, wenn die Werkzeuge auch innerhalb der Reihe zwischen die Kulturpflanzen wirken würden. Im Gemüsebau wird dies teilweise bereits gemacht (siehe «die grüne» Nr. 7-2018 Seite 82/83). 

Bruno Bigler ist gespannt, wie sich die Technik weiter entwickelt. Hackroboter interessieren ihn ebenfalls. Er zweifelte, ob er nicht besser in solche Technik investiert hätte. 

Mit der jetzigen Lösung ist er derzeit jedoch besser bedient. Die Funktion mit der Kamera ist sicher und bewährt sich. Zwar muss er nach wie vor selber fahren, dafür hat er weiterhin die Kontrolle über die Arbeitsqualität.

Bericht im August-Heft 2018 der Fachzeitschrift für die Schweizer Landwirtschaft

Text und Bild: Beat Schmid
 

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