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Natürlich hornlos – genetisch hornlose Rinder

Wie gross ist die Auswahl an Hornlos-Genetik bei Fleisch- und Milchvieh-Rassen?

· Tierhaltung
Wie gross ist die Auswahl an Hornlos-Genetik bei Fleisch- und Milchvieh-Rassen?

Genetisch hornlose Rinder haben stark zugenommen. Bei den meist eingesetzten Fleisch-Rassen ist die Auswahl an Hornlos-Genetik gross und die Qualität hoch. Bei Milchvieh-Rassen wie Swiss Fleckvieh, Braunvieh und Jersey gibt es noch Bedarf.

Die Qualität der Hornlos-Genetik war nicht immer auf dem Niveau von heute», sagt Urs Wichser, Genetik-Verantwortlicher von Select Star.

 

In den letzten zehn Jahren ist die Nachfrage nach hornlosen Kühen ständig gestiegen. Damit sind auch die Qualität und das Angebot von Swissgenetics und Select Star gestiegen, den beiden grössten Schweizer Anbietern von Rindersperma. René Bucher, Marketingleiter von Swissgenetics bestätigt: «Bei Swissgenetics stammen 14 Prozent der verkauften Samendosen von einem genetisch hornlosen Stier.»

 

Bei den Milchvieh-Rassen besteht Handlungsbedarf, trotz Angebot bei RH, BV und SF

 

Es gibt längst nicht von allen Rassen genetisch hornlose Stiere. Namentlich sind das die Original-Rassen, also Original Braunvieh und Simmental.

«Die Züchter dieser Rassen sind oft im Berggebiet, halten ihre Kühe in Anbindeställen und gehen mit ihnen auf die Alp», sagt Bucher. Das könnte ein Grund sein, dass es in diesem Bereich keine Nachfrage nach Hornlos-Genetik gibt.

Auch bei Select Star gibt es noch keine Aktivitäten im Bereich hornlose Original Braunvieh und Simmental.

Bei Holstein und Red Holstein sieht es ganz anders aus: «Die weltweit grossen Holstein-Programme legen Wert auf eine grosse Auswahl an genomisch starken Hornlos-Stieren. Dank dieser grossen Auswahl geht man bei Holstein und Red Holstein nur einen kleinen züchterischen Kompromiss ein in Bezug auf andere Eigenschaften», sagt Urs Wichser.

«Bei den Swiss Fleckvieh, Braunvieh und Jersey sind wir auf dem richtigen Weg», so Wichser weiter. «Eine Herausforderung wird sein, dass in
Zukunft mit genügend Blutlinien gearbeitet wird». Bucher erklärt: «Natürlich hornlose Stiere beim Swiss Fleckvieh gibt es noch nicht lange».

Die Stiere Hardy P von Swissgenetics und Nemo P von Select Star sind die die ersten nachzuchtgeprüften heterozygot hornlosen Swiss Fleckvieh-
Stiere.

 

Bei fast allen Fleisch-Rassen gibt es eine grosse Auswahl an Hornlos-Genetik

 

In der Vergangenheit wurde der genetischen Hornlosigkeit bei den Fleisch-Rassen eine viel grössere Bedeutung zugemessen, als bei den Milchvieh-Rassen. Daher gibt es in diesem Bereich heute ein breites Angebot an genetisch hornlosen Stieren.

Bei Swissgenetics stammt im Bereich der Fleischrassen die Hälfte der verkauften Samendosen von einem genetisch hornlosen Stier. Die Rassen Angus und Galloway sind komplett genetisch hornlos. Auch bei den Beef-Simmental ist der Anteil genetisch hornloser Stiere sehr hoch (siehe Kasten). Laut Wichser geht man bei den Fleisch-Rassen keine züchterischen Kompromisse in Bezug auf andere Eigenschaften ein.

 

«Die grösste Herausforderung ist die Qualität aller Merkmale der genetisch hornlosen Stiere»

 

Betreffend Hornkuh-Initiative sind sich die beiden Experten sicher, dass das Ergebnis der Abstimmung keine Auswirkungen auf die Hornlos-Zucht haben wird.

«Die grösste Herausforderung der nächsten Jahre ist, die Qualität aller Merkmale der genetisch hornlosen Stieren weiter voranzubringen», sagt Wichser. Hier werden auch die Züchter angehalten, interessante hornlose Kühe mit den höchsten verfügbaren Stieren anzupaaren.

«Gut Ding will Weile haben», bringt es Urs Wichser auf den Punkt. Denn obwohl die genetische Hornlosigkeit als dominante Eigenschaft vererbt wird, besteht das Risiko, dass die nächste Generation wieder Hörner hat.

text: Martina Rüegger
bild: Ruth Aerni

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