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Der Heukran als Allround-Maschine

Jede Kran-Anlage von Bächtold Landtechnik AG aus Menznau LU ist ein Unikat

· Landtechnik
Die Bächtold Landtechnik AG aus Menznau LU ist schweizweit bekannt für Heukran-Anlagen. Wegen stetig neuer technischer Innovationen sind die Kräne bei den Kunden sehr beliebt. Immer öfter wird auch anderes Material als Heu umgeschlagen.

Die Bächtold Landtechnik AG aus Menznau LU ist schweizweit bekannt für Heukran-Anlagen. Wegen stetig neuer technischer Innovationen sind die Kräne bei den Kunden sehr beliebt. Immer öfter wird auch anderes Material als Heu umgeschlagen.

Die laufenden Entwicklungsschritte bei Kran-Anlagen waren in den vergangenen Jahren nicht immer alle auf den ersten Blick sichtbar. Bei der Bächtold Landtechnik AG forschte man vor allem im Bereich der Effizienz und verbesserte den Wirkungsgrad der hydraulischen Antriebe und des Fahrantriebs. 

Derzeit stehen einige Vorserien-Maschinen in der Testphase, welche über einen elektrischen Fahrantrieb verfügen. Andreas Wittwer und Phillip Loosli, die beiden Geschäftsführer, sehen in der neuen Technik viele Vorteile.

So wird die elektrische Energie direkt für die Fahrbewegung genutzt, anstatt zuerst eine Hydraulikpumpe zu betreiben, welche dann wiederum den Hydraulik-Fahrmotor in Bewegung bringt. Dadurch wird der Wirkungsgrad deutlich verbessert. Zudem wird die durch Lastwechsel erzeugte Bremsenergie direkt ins Netz zurückgespeist. Weil der Fahrantrieb von der Hydraulik getrennt ist, steht bei den verbleibenden Arbeitsbewegungen mehr Leistung zur Verfügung.

Das ist ganz im Sinne von Firmengründer Ernst Bächtold. Bächtold begann vor über 25 Jahren mit dem Kranbau. Vor vier Jahren übergab er sein Unternehmen an Andreas Wittwer und Philipp Loosli.

Die Geschäftsführer sind findige Tüftler, die sich nicht in die Karten schauen lassen

An der Agrama, die von 29. November bis 3. Dezember 2018 in Bern stattfindet, wird bereits die nächste Neuheit präsentiert. Viel lässt sich dazu von den Geschäftsführern nicht entlocken, aber es sollen neue Leistungsdimensionen erreicht werden. Im Bereich Heukran sei die Entwicklung noch lange nicht am Ende. Zu konkreten Details schweigen die beiden Tüftler.

Bächtold-Krane benötigen in der Regel keinen Seilzug, um beispielsweise die Zange in Silos zu steuern. Dank einer optimalen Anordnung der Drehpunkte des stehenden Zylinders direkt am Drehkranz kann der Ausleger das Futter senkrecht entlang einer Heu- oder Silowand entnehmen. Ein Seilzug ist optional dennoch erhältlich, kommt jedoch selten zum Einsatz.

Dank des dreifachen Teleskoparms ist die Wendigkeit auch in beengten Gebäuden hoch. Wenn hohe Reichweiten gefragt sind, wird dies wenn möglich mit einem Querfahrwerk realisiert. An diesem kann der Kran nicht nur vor- und rückwärts, sondern auch seitlich fahren. Dadurch lässt sich der Arbeitsbereich mit einem kleineren Kran erweitern, der eine hohe Wendigkeit gewährt. 

Bei der Bedienung gibt es diverse Varianten mit manuell betätigten Steuerventilen oder mit einer hydraulischen Vorsteuerung mit einer Load-Sensing-Hydraulikpumpe. Auch eine Funk-Bedienung ist möglich.

Der Heukran ist ein Logistikspezialist für ganz verschiedene Güter

Kran-Anlagen können viel mehr als bloss Heu ein- und auslagern. Die Aufgaben umfassen auch den Umschlag von Grossballen, die Futterverteilung entlang der Fressachse, das Einstreuen, die Ein- und Auslagerung von Silage, den Umschlag von Holzschnitzel oder von Big-Bags.

«Mit einer gut geplanten Kran-Anlage kann der grösste Teil der Hof

logistik erledigt werden. Einige Betriebe haben sich so eingerichtet, dass sogar der Mist mit dem Kran verladen werden kann», so Andreas Wittwer.

Die Einsatzvielfalt ist besonders bei Neubauten gross. Wichtig sei, dass in der frühen Planungsphase die Möglichkeiten des Krans berücksichtigt werden und die Einrichtungen optimal platziert werden, ergänzt Phillip Loosli. Weil der Landwirt mit der Kran-Anlage den grössten Teil der Hoflogistik erledigen kann, braucht er im besten Fall keine weiteren Laderfahrzeuge wie Frontlader oder Hoflader. Gegenüber solchen Geräten ist der Kran ein kostengünstiges Umschlaggerät mit geringeren Betriebskosten dank elektrischem Antrieb.

Etwa jede zweite der rund 80 bis 90 Kran-Anlagen, die jährlich produziert werden, finden ihren Einsatzort in bestehenden Gebäuden. Dann ist die Absprache mit Fachpersonen besonders wichtig, damit die Statik der Gebäude und der Einbauraum für die Montage gut vorbereitet sind.

Die Montage-Teams, welche meistens durch den regionalen Händler unterstützt werden, benötigen für die Montage eines Krans meistens nur einen Tag. Bei einem Querfahrwerk, Kurvenbahnen oder anderen Spezialanfertigungen ist die Montage hingegen aufwändiger.

«Das Wichtigste ist die Vorbereitung. Man muss den Einbauraum genau ausmessen und den Kran so wählen, dass er den Ansprüchen des Landwirts entspricht. Dies führt dazu, dass letztlich jede Kran-Anlage ein Unikat ist», so Philipp Loosli.

Dies braucht in der Regel viel Vorlaufzeit. Einmal habe man für eine Anlage an einem Dienstag den Auftrag erhalten und sie am darauffolgenden Samstag montiert. Das sei eine absolute Ausnahme, erinnert sich Andreas Wittwer.

Die Geschäftsführer empfehlen, die Greifer der Kräne vorsorglich alle zwei Jahre zu warten

Heukräne sind eine besondere Maschinen-Spezies und brauchen regelmässige Pflege, damit ein Betriebsausfall vermieden werden kann. Dieser würde immer im dümmsten Moment eintreffen. Sei es beim Einführen während der Ernte oder bei den täglichen Einsätzen während der Winterfütterung.

«Fällt ein Traktor aus, kann man kurzfristig einen Ersatz einsetzen. Bei einem Heukran geht das nicht», so Philipp Loosli. Als Vorsorge wird die Greifer-Wartung alle zwei Jahre nicht nur für die dazu verpflichteten Betriebe mit Angestellten empfohlen.

Zwei Service-Teams von Bächtold mit reichhaltiger Ausstattung in der mobilen Werkstatt bringen die Anlagen auf Vordermann. Sämtliche Ersatzteile werden mitgeführt und können bei Bedarf während der Wartungsarbeiten ersetzt werden.

Auch das Hydrauliköl wird bei Bedarf mit Pumpen effizient ersetzt. Hier setzt Bächtold seit jeher auf das Qualitäts-Öl des Schweizer Herstellers Motorex aus Langenthal.


Natürlich kann der Heukran keine Grossballen auf dem Feld einsammeln. Vielleicht baut die Bächtold Landtechnik gerade deshalb auch Transportgeräte für den Dreipunktanbau am Traktor, welche dies können. 


Die Geräte sind multifunktional, können am Frontlader und am Dreipunkt angebaut werden und mit Ballenspitzen, Palettengabeln oder Tragrahmen für Siloballen usw. ausgestattet werden. Selbst bei diesen einfachen Geräten gibt es Weiterentwicklungen, wie beispielsweise das hydraulische Aufklappen der Ballenspitzen für einen sicheren Strassentransport. Bächtold baut auch Heckschaufeln.


Die Kleingeräte bezeichnet das Unternehmen als praktische Helfer, welche jährlich zu hunderten produziert werden und ab Lager kurzfristig lieferbar sind.


Bächtold setzt bei seinen Maschinen auf Kundenbedürfnisse und freut sich über Ideen aus der Praxis, mit welchen die Geräte und Maschinen noch weiter entwickelt werden können. 

Bericht im Oktober-Heft 2018 der Fachzeitschrift für die Schweizer Landwirtschaft

Text: Beat Schmid 

Bild: Pia Neuenschwander

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