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Problemunkräuter konsequent ausmerzen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Problemunkräuter nach der Getreideernte zu bekämpfen.

· Landtechnik,Pflanzenbau
Problemunkräuter können nach der Getreideernte am effektivsten bekämpft werden. Das Lohnunternehmen Estermann aus Eschenbach LU hat nebst dem Glyphosat-Einsatz Erfahrungen mit mechanischer Unkrautbekämpfung gemacht.

Problemunkräuter können nach der Getreideernte am effektivsten bekämpft werden. Das Lohnunternehmen Estermann aus Eschenbach LU hat nebst dem Glyphosat-Einsatz Erfahrungen mit mechanischer Unkrautbekämpfung gemacht.

Thomas Estermann und Werner Rüttimann von Lohnunternehmen Estermann in Eschenbach LU sind sich einig: Der Stoppelbearbeitung wird in ihrer Region zu wenig Beachtung geschenkt. «Das ist etwas schade. Einerseits wäre es ein guter Zeitpunkt, um Problemunkräuter chemisch auszumerzen. Andererseits hätte man mit einer guten Stoppelbehandlung oft auch das Ausfallgetreide und den Ausfallraps fest im Griff», so Estermann.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits ist Estermann in einem Gebiet ansässig, wo traditionell Vieh und Schweine wichtig sind und der Ackerbau eher noch nebenbei läuft. «Weil bei uns der Futterbau traditionell stark ist, hält sich der Unkrautdruck auch einigermassen in Grenzen, da viele mehrjährige Kunstwiesen in die Fruchtfolge eingegliedert sind», so Rüttimann. Eine Ausnahme bilden die Blacken, die in einer grossen Mehrheit der Felder auftreten.

Geändert hat sich in den letzten Jahren in ihrem Gebiet dennoch einiges. Vor 20 Jahren sei beispielsweise der Pflug nach der Getreideernte noch oft zum Einsatz gekommen. Das werde heute nicht mehr gemacht.

 

Jedoch kommt es vor, dass sofort nach der Getreideernte Gras frisch angesät wird, um mehr Futter auf dem Betrieb produzieren zu können. «Das ist eine verpasste Chance, um Problemunkräuter effektiv zu bekämpfen», weiss Rüttimann.

Mit effektiver Bekämpfung meint Rüttimann den fachgerechten Einsatz von Glyphosat. Er gibt zu bedenken, dass eine ganzflächige Behandlung oft gar nicht nötig wäre.

Rüttimann, der selber auch einen Betrieb bewirtschaftet, hat durch die Teilflächenbehandlung bei sich rund zwei Drittel an Glyphosat einsparen können. 

«Insbesondere an den Parzellenrändern muss man gut aufpassen, da hier mehr Licht in die Bestände kommt und das Unkraut so bessere Chancen hat», so der erfahrene Pflanzenschützer.

Simple Maschinen wie die Federzahnegge, welche früher noch im Einsatz standen, sind mittlerweile in den Export gegangen. So spart sich manch ein Landwirt aufgrund fehlender Mechanisierung die Stoppelbearbeitung. 

Stattdessen wird oft Glyphosat eingesetzt, bevor mit einem Grubber oder Scheibenegge das Saatbett vorbereitet und anschliessend gesät wird. Das kommt günstiger, als wenn der Lohnunternehmer noch für eine zusätzliche Durchfahrt angeheuert werden muss.


Bei Estermann ist es in erster Linie die Scheibenegge, welche für die Stoppelbearbeitung eingesetzt wird. «Im Raps haben wir aber auch mit einer ganz oberflächlichen Bearbeitung mit der Celli-Fräse gute Erfahrungen gemacht», sagt Rüttimann. Sollten Verdichtungen vorhanden sein, setzt er zur Tiefenlockerung den Parapflug ein.

Die Tendenz zu mechanischen Lösungen – etwa mit der Celli-Fräse im Maisanbau– ist erkannt

Auch die Landwirte in der Region Luzern sind gewillt, auf mechanische Lösungen statt auf Glyphosat zu setzen. Das hat sich im Maisanbau gezeigt. Heuer konnte Estermann 25 Prozent der Maisfläche mit der Celli-Fräse anstelle von Glyphosat bestellen – und zwar erfolgreich. Auch für die Stoppelbearbeitung ist die Tendenz erkannt.

Rüttimann und Estermann überlegen sich derzeit, mit dem SuperMaxx ein neues Gerät für die mechanische Stoppelbearbeitung anzuschaffen. Dieses einfache Gerät hätte den Vorteil, dass es von Landwirten abgeholt und die Arbeit in Eigenregie ausgeführt werden kann. «Das kommt für den Landwirt billiger und erhöht so die Chance, dass das Verfahren angewandt wird», so die Lohnunternehmer.

Bericht im August-Heft 2018 der Fachzeitschrift für die Schweizer Landwirtschaft

Text: Sebastian Hagenbuch
Bild: Agrarfoto
 

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