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Feldaktuell: Praxistipps unter anderem zur Getreidesaat

· Landtechnik,Pflanzenbau
Die Getreidesaat ist eines von vier Themen im Feldaktuell der Oktober-Ausgabe von «die grüne».

Getreidebau: Drei Tipps für die Getreidesaat

1. Wählen Sie den richtigen Saatzeitpunkt:

Der optimale Saattermin für Gerste liegt zwischen Ende September und Mitte Oktober. Winterweizen säen Sie optimal zwischen Mitte Oktober und Mitte November. Entscheidend sind Bodenzustand, Witterung und der Krankheitsdruck.

Bei frühen Saaten ist das Risiko von Herbstinfektionen höher, weshalb Sie besonders im Extenso-Anbau eine spätere Saat bevorzugen sollten.

2. Säen Sie nicht zu viele Körner, da dichte Bestände lageranfälliger und anfälliger auf Krankheiten sind.

Bei früher Saat unter guten Bedingungen kann die Saatdichte bei Wintergerste auf 225 bis 250 Körner/m² reduziert werden. 

Für Hybridgerste sollten nur 150 bis maximal 180 Körner/m² gesät werden. Für die Saat von Winterweizen reichen 250 bis 275 Körner/m². Höhere Saatdichten sind erst bei später Saat oder schlechten Bodenbedingungen notwendig.

3. Säen Sie das Getreide 2 bis 4 cm tief.

Bei zu flacher Saat besteht die Gefahr, dass die Keimlinge austrocknen. 
Zudem können Herbizidschäden am Getreide entstehen, wenn bereits im Herbst ein Bodenherbizid ausgebracht wird.

Bei zu tiefer Saat verbraucht der Keimling unnötig viel Zeit und Energie, bis er die Oberfläche erreicht.

Andrea Enggist, Liebegg

Obstbau: Frühe Rekordernte beim Obst

Die meisten Obst-Arten haben dieses Jahr rund zehn Tage später geblüht als im Vorjahr. Durch das warme Wetter im Frühjahr verwandelte sich der Rückstand bald in einen Vorsprung.


Nun sind alle Obstarten – auch die Äpfel – vergleichsweise früh erntereif. Die ausgeprägte Trockenheit konnte der grossen Erntemenge wenig anhaben.


Der Schweizer Obstverband rechnet mit einem der besten Ernte-Jahre des Jahrzehnts. Nicht nur die Kirschenernte fiel besonders üppig aus: Auch bei Äpfeln und Birnen rechnet man mit der grössten Ernte der letzten zehn Jahre. 251 000 Tonnen Äpfel und 37 500 Tonnen Birnen werden erwartet. Das sind gemäss einer Mitteilung des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes LID rund 30% Tafeläpfel und rund 83% Mostäpfel mehr als der Vier-Jahres-Durchschnitt.


Die hohen Mengen stellte bereits bei den Kirschen die Vermarktung vor grosse Probleme. Dasselbe wiederholte sich bei den Zwetschgen. Beim Mostobst ist durch die leeren Lager vom letzten Jahr glücklicherweise auch der Bedarf heuer deutlich höher.


Bei allen Obstarten kommt erschwerend hinzu, dass Hausgärten und extensiv gepflegte Bäume durch das trockene Wetter von Pilzkrankheiten verschont blieben. Deswegen fällt die Ernte höher aus als in anderen Jahren.


Philipp Gut, BZ Wallierhof 

Futterbau: «Wer wagt, gewinnt!»

Die Trockenheit und Schäden der Maikäfer-Engerlinge haben in gewissen Regionen grosse Schäden an der Grasnarbe hinterlassen. Ausbleibende Niederschläge und die anhaltende Frass-Aktivität der Engerlinge haben bisher verhindert, dass die Flächen neu angesät werden konnten. Flächen, welche einen Engerlingsbefall aufweisen, sollten noch in der ersten Septemberwoche mit dem Beauveria-Pilz behandelt werden. Auf diesen Flächen ist es auch angebracht, anschliessend eine Grasmischung anzusäen. 

Da nun die Niederschläge eingesetzt haben, kann auch in höheren Lagen noch eine Ansaat von Gras gewagt werden. Damit sich eine Mischung diesen Herbst noch etablieren kann, benötigt diese rund 40 Wachstumstage. Dies sollte je nach Verlauf des Herbsts noch möglich sein. Gerade im Hinblick auf die knappen Futterreserven müssen die geschädigten Flächen im kommenden Jahr vollen Ertrag liefern. Somit sollte es sich lohnen, diese Parzellen jetzt anzusäen. Auf jeden Fall soll eine Mischung mit AGFF-Gütezeichen eingesetzt werden. 

In diesem Jahr kann die Devise nur lauten: «Wer wagt, gewinnt».


Corina Bernhard, Plantahof

Zuckerrüben: Fungizid nur noch im Ausnahmefall anwenden

Für die letzte Fungizidbehandlung gilt folgenden Regel: Liegt der geplante Erntetermin näher als sechs Wochen, lohnt sich eine Behandlung nicht mehr. Nur für die späten Erntetermine ab Ende Oktober kann es sich noch auszahlen, bis höchstens Mitte September ein letztes Mal Fungizid einzusetzen.


Dazu müssen die jungen, frisch ausgetriebenen Blätter Flecken aufweisen. Es muss also im ganzen Feld Streubefall auftreten. Ist das ganze Feld so stark befallen, als ob ein Feuer gewütet hätte, soll man auf keinen Fall mehr spritzen. Das würde nur die Resistenz noch weiter fördern. Zudem würde im nächsten Jahr die neue Rübenparzelle nebenan mit aggressiven Pilzrassen quasi «geimpft».


Falls die kleinen Blätter im Herz der Rübe fehlen, deutet das auf Befall mit der Larve der Rübenmotte hin. Diese Larve eines kleinen Falters hat bereits mehrere Generationen gebildet, kann aber bei hohen Temperaturen und ab August nicht mehr bekämpft werden. Diese Schädlinge verschwinden von selber, sobald es abkühlt und regnerisch wird.


Samuel Jenni, Schweizerische Fachstelle für Zuckerrübenbau (Text & Bild)

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