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Boden-Bearbeitung: Nach dem Stroh gehts um den Boden

Das Stoppelfeld eignet sich vor der nächsten Hauptkultur für verschiedene Bodenbearbeitungs-Verfahren.

· Landtechnik,Pflanzenbau
Boden-Bearbeitung: Wenn das Stroh geräumt ist, beginnt auf dem Stoppelfeld die Sommerzeit. Die Phase zwischen zwei Kulturen wird oft genutzt für eine flache Bodenbearbeitung oder für das tiefe Aufreissen von Verdichtungen.

Wenn das Stroh geräumt ist, beginnt auf dem Stoppelfeld die Sommerzeit. Die Phase zwischen zwei Kulturen wird oft genutzt für eine flache Bodenbearbeitung oder für das tiefe Aufreissen von Verdichtungen. «die grüne» zeigt, welche Geräte-Arten was können.

Wenn das Feld nach der Getreideernte geräumt ist, verstreichen einige Wochen, bis die nächste Hauptkultur angesät wird. In dieser Zeit kann man Unkraut mechanisch bekämpfen, Bodenverdichtungen aufreissen oder sofort eine Gründüngung ansäen.

Beim Mulchsaat-Verfahren werden in dieser Zeit oft mehrere Durchgänge mit einem flach arbeitenden Gerät durchgeführt. Dabei wird Unkraut und Ausfallgetreide zum Keimen gebracht und mit dem nächsten Durchgang wieder vernichtet. Zugleich wird mit jedem Arbeitsgang Fein-Erde erzeugt, in welche im Herbst die nächste Kultur eingesät werden kann.

Ein solches Ergebnis kann mit verschiedenen Geräten erreicht werden. Sehr beliebt sind Kurzscheiben-Eggen, Flügelschar-Grubber oder Grossfederzinken-Eggen. «die grüne» zeigt, was diese Geräte können und wie sie eingesetzt werden.
 

Das Bodenbearbeitungsgerät für flache und tiefe Bearbeitung:Grubber Kuhn Cultimer L 300

Der Kuhn Zinken-Grubber Cultimer ist vielseitig einsetzbar. Mit entsprechenden Scharen ist eine Arbeitstiefe zwischen 5 und 35 Zentimeter möglich. Kaum ein anderes Bodenbearbeitungs-Gerät ist so flexibel wie ein Grubber.


Für die flache Bearbeitung bis 7 Zentimeter sind beim Cultimer Gänsefuss-Schare empfehlenswert, zwischen 5 bis 15 Zentimetern Flügel-Scharen. 80 Millimeter breite Scharspitzen eignen sich für eine Grundboden-Bearbeitung bis 25 Zentimeter. Und mit 50 Millimeter schmalen Scharspitzen können Verdichtungen bis 35 Zentimeter aufgerissen werden.


Zur Stein-Sicherung ist die Cultimer-Baureihe mit einer Non-Stop-Einrichtung und einem Auslösedruck von 600 Kilogramm an der Scharspitze ausgerüstet. Die tiefe Einstellmöglichkeit erfordert eine robuste Bauweise. Die Anordnung der zehn Zinken, verteilt auf drei Reihen, macht die Maschine lang. Und für eine flache Bearbeitung braucht es eine verhältnismässig hohe Hubkraft des Traktors. Der Vorteil der langen Bauweise des Cultimer ist der gute Durchlass, der auch bei viel Ernte-Rückständen nicht verstopft. Mit der Baureihe M 300 bietet Kuhn den Cultimer auch in einer leichteren Ausführung mit zwei Zinkenreihen für Traktoren ab 75 PS an.


Bei flacher Bearbeitung und lockerem Boden wie auf den Bildern, ist die Drei-Meter-Maschine des Cultimer sehr leichtzügig und ab 100 PS einsetzbar. Unkräuter werden gut gelöst und Ausfallraps wird trotzdem nicht zu tief vergraben. Die Körner haben einen Bodenschluss und können keimen.


Lohnunternehmer Daniel Bolliger aus Schmiedrued AG setzt den Grubber vor allem für die flache Stoppel-Bearbeitung ein. Wichtig ist für ihn, dass die Ernterückstände trotz geringer Arbeitstiefe sauber eingemischt werden. Diese Wirkung wird auch bei geringerer Arbeitsgeschwindigkeit erreicht. Das ist vor allem bei kleinen Parzellen ein Vorteil, weil er dort wegen Weidezäunen und anderen Hindernissen nicht so schnell fahren kann.


Der Haupteinsatzbereich für den Cultimer sind die Stoppel-Bearbeitung und die Unkraut-Bekämpfung. Weitere Einsatzbereiche sind eine etwas
tiefere Lockerung im Frühling vor Mais, um Wurzelraum zu schaffen. Oder in einem trockenen Sommer wie 2018, um Verdichtungen zu lösen. Schwerer Boden und grobe Schollen nach dem Pflügen lassen sich mit dem Cultimer ebenfalls gut brechen.
 

Das Bodenbearbeitungsgerät für flache Bearbeitung: Güttler SuperMaxx 50


Die Grossfederzinken-Egge SuperMaxx von Güttler ist leichter gebaut und
damit nicht für die tiefe Boden-bearbeitung konstruiert. Traktoren, die mit einem Drei-Meter-Grubber zurechtkommen, können mit dem SuperMaxx fünf Meter breit arbeiten.


Beim Strassentransport werden die Maschinen-Teile aufgestellt und auf eine Breite von 2,4 Meter eingeklappt. Trotz der langen Bauweise mit fünf Zinkenreihen ist die Konstruktion leicht. Die Zugkraft und die Hubkraft von Traktoren um 100 PS sind für den SuperMaxx ausreichend. Dies ist jedoch nur auf Kosten der Flexibilität möglich: Die maximale Arbeitstiefe beträgt nur etwa 15 Zentimeter.


Geräte wie der SuperMaxx eignen sich dann, wenn sich die Betriebsbedürfnisse ausschliesslich auf die flache Bodenbearbeitung beschränken. Und wenn keine Multifunktions-Fähigkeiten durch ein und dieselbe Maschine gefragt sind.


Der SuperMaxx 50 kann an seinen 38 Zinken mit Schmal- oder Gänsefuss-Scharen bestückt werden. Die vibrierenden Zinken produzieren bei hoher Fahrgeschwindigkeit und geringer Arbeitstiefe Fein-Erde. In diesem Umfeld herrschen gute Keim-Bedingungen für Ausfallgetreide und Unkräuter.


Durch die Vibration der Zinken wird das Unkraut im Boden gelöst und an der Oberfläche abgelegt, wo es vertrocknet. Im Unterschied zu anderen Bodenbearbeitungs-Geräten wird die Arbeitstiefe bei der Grossfederzinken-Egge mit Stützrädern vorne an der Maschine eingestellt. Und anstelle eines Nachläufers gleitet ein Striegel über den Boden, der Unkraut an den Wurzeln zusätzlich enterdet.


Die Arbeitstiefe lässt sich sehr flach einstellen. In einem ersten Durchgang ist es möglich, die Zinken vorwiegend für die Stroh- und Spreu-Verteilung zu nutzen. Ähnlich einem Stroh-Striegel können dadurch Rückstände auf dem ganzen Feld gleichmässig verteilt werden. Dabei bewährt sich eine Fahrtrichtung leicht schräg zur Drusch-Richtung. Der Boden wird dabei nur leicht angekratzt.


In der Praxis hat es sich aber gezeigt, dass die Einstellung etwas Übung bedarf, bis die Werkzeuge optimal zwischen Stroh-Zusammenschleppen und Stroh-Durchlass arbeiten. Vor allem beim Striegel mit seinen vielen Einstell-Möglichkeiten ist der Grat zwischen zu viel und zu wenig Aggressivität schmal.


Dank der hohen Flächenleistung ist eine Parzelle rasch bearbeitet. Mehrere Überfahrten und versetztes Fahren sorgen dafür, dass der Boden auch mit schmalen Scharen ganzflächig durchgearbeitet wird. Die Arbeitstiefe kann mit jedem Durchgang um einen bis zwei Zentimeter gesteigert werden. Dadurch wird nebst einer mechanischen Unkrautbekämpfung auch viel Fein-Erde erzeugt, in die letztlich eine Mulch-Saat leicht möglich ist. Die Maschinen-Einstellung ist einfacher, wenn keine Fahrspuren vorhanden sind.
Der SuperMaxx kann auch mit einem Nachläufer und einem Aufbau für die Breit- und Zinkensaat erweitert werden.
 

Das Bodenbearbeitungsgerät für ultraflache Bearbeitung: CrossCutter Disc von Väderstad


Die Carrier-Kurzscheibeneggen von Väderstad bearbeiten mit ihrer speziellen Scheibenform CrossCutter Disc den Boden mit minimalster Arbeitstiefe. Die Scheibe ist gewellt und zeichnet am Boden eine Spur wie ein Velo-Rad mit seitlichem Felgenschlag, also einem «Achti». Nur dass die CrossCutter-Scheibe gleich mehrere davon hat und scharfkantig ist. Die Breite des Profils misst 11,5 Zentimeter und die Scheibe ist mit einem leichten Winkel seitlich angesetzt, was zu einem ganzflächigen Schnitt führt.


Dadurch werden Ernte-Rückstände zerkleinert und intensiv mit Erde vermischt. Das Arbeitsbild sieht nach einer sehr intensiven Bearbeitung aus und es erstaunt, dass dazu der Boden nicht tiefer als zwei bis drei Zentimeter aufgemischt werden muss. Dies wäre auch nicht das Ziel. Man will Ausfall-Getreide und Unkraut-Samen zum Keimen anregen und diese nicht in eine tiefe Bodenschicht in eine Keim-Ruhe schicken.


Da durch die geringe Arbeitstiefe des CrossCutter nur wenig Erde bewegt werden muss, sind hohe Arbeitsgeschwindigkeiten möglich. Das opti-
male Arbeitsergebnis wird mit Geschwindigkeiten von 15 bis 20 km/h
erreicht.


Die Scheiben des CrossCutter sind einzeln an einem gummigedämpften Arm aufgehängt. Dadurch kann jedes Werkzeug einzeln den Boden-Konturen folgen und minimale Uneben-
heiten ausgleichen.


Dank des Schnitts durch die Scheiben lassen sich mit der CrossCutter Disc auch stehende Zwischen-Kulturen zerkleinern und einarbeiten. Das gleiche gilt für Stoppelrückstände bei Raps und Mais.


Bericht im September-Heft 2018 der Fachzeitschrift für die Schweizer Landwirtschaft

Text und Bild: Beat Schmid

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