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Pflanzenschutzmittel-Punkteinträge in Fliessgewässer einfach verhindern

Punkteinträge von Pflanzenschutzmitteln in die Fliessgewässer können Landwirte mit einfachen Mitteln verhindern. Praxisnahe Tipps zur Vermeidung von Punkteinträgen vom Schweizer Bauernverband und Gewässerschutz-Fachleuten.


Publiziert: 29.05.2019 / 06:30

Nur 30 bis 40 Prozent der Pflanzenschutzmittel-Einträge in Fliessgewässer sind auf Abschwemmungen zurückzuführen. Das «nur» muss man allerdings in Anführungszeichen setzen. Noch kleiner sind die PSM-Einträge in Fliessgewässer durch Abdrift (10 bis 20 Prozent) oder über Drainagen (unter 10 Prozent).

50 bis 70 Prozent der Pflanzenschutzmittel, die in Fliessgewässer gelangen, stammen aus der Spritzbrühe und dem Waschwasser. Diese fliessen über die Regenwasser-Kanalisation in Bäche oder über die Schmutzwasser-Kanalisation in Kläranlagen – welche die Pflanzenschutzmittel meist nicht abbauen können.

Diese Zahlen können je nach Region variieren. In niederschlagsreichen Gebieten und im Berggebiet fliessen zum Beispiel mehr Pflanzenschutzmittel durch Abschwemmung als durch Punkteinträge in die Fliessgewässer. Es bleiben aber so oder so zu viele Pflanzenschutzmittel in den Fliessgewässern.

Diese Pflanzenschutzmittel können bei Pflanzen und Tieren in Fliessgewässern chronische Schäden verursachen. Dies zeigen zwei NAWA SPEZ-Studien, die im April 2019 veröffentlicht wurden.

Pflanzenschutzmittel-Punkteinträge mit einfachen Mitteln verhindern

Die diffusen Quellen wie Abschwemmungen vom Feld durch Regen oder Abdrift durch Wind können auch bei korrekter und gewissenhafter Anwendung von Pflanzenschutzmitteln durch den Landwirt kaum vollständig vermieden werden.

Ganz anders Punkt-Quellen wie das Reinigen und Befüllen der Feldspritze mit Pflanzenschutzmitteln sowie der Umgang und die Entsorgung von Spritzbrühe-Resten. Solche Punkt-Quellen sind (mit abnehmendem Risiko):

  • Reinigung der Feldspritze
  • Befüllen der Feldspritze
  • Umgang mit Spritzbrühe-Resten
  • Entsorgen von Brühe- und Verpackungsresten
  • Lagerung der Pflanzenschutzmittel
  • Transport von Pflanzenschutzmitteln

Alleine mit der korrekten Reinigung der Feldspritze kann der Landwirt die Punkteinträge in die Gewässer um 60 bis 80 Prozent reduzieren. Und mit den weiteren Punkten kann er seine Punkteinträge fast vollständig eliminieren. «Wir wollen deshalb den Landwirten zeigen, wie sie mit einfachen Mitteln PSM-Punkteinträge vermeiden können», erklärt David Brugger vom Schweizer Bauernverband SBV.

Feldspritze-Reinigung reduziert Punkteinträge um 60 bis 80 Prozent

Nach dem obligatorischen Spülen auf dem Feld wird auch die Reinigung der Spritze auf dem Feld durchgeführt – dies ist am sichersten und effizientesten.

Auf einem Betrieb mit aktiver Güllegrube erfolgt die Reinigung der Feldspritze auf einem dichten Platz mit direktem Anschluss an die Güllengrube.

Auf einem Betrieb ohne aktive Güllegrube erfolgt die Reinigung auf einem dichten Waschplatz oder auf einer Blache mit Vorrichtung zum Auffangen des belasteten Waschwassers. Dieses wird über ein biologisches Reinigungssystem (Biobed oder Biobac, gestapelte Biofilter, System Osmofilm oder Heliosec) oder durch ein Spezialunternehmen entsorgt.

Die Geräte darf man nicht im Regen stehen lassen: Die äussere Ablagerungen können bei Obstspritzen 7 bis 16 g und bei Feldspritzen 0,1 bis 5 g Wirkstoff betragen.

Bauliche Massnahmen gegen Pflanzenschutzmittel-Punkteinträge

Mit baulichen Massnahmen kann die Entwässerungs-Situation auf dem Hofplatz weiter optimiert werden, um Punkteinträge von Pflanzenschutzmitteln zu verhindern.

Konkret kann eine Entwässerung über die Schulter sinnvoll sein statt in den Meteorwasser-Schacht. Oder eine Anpassung des Gefälles sowie ein Verschliessen von Leitungen ins Gewässer oder in die Kanalisation.

Je nach Betrieb kann der Bau eines Waschplatzes mit einer geeigneten Wasseraufbereitung sinnvoll sein, wie sie oben beschrieben wird.

Mit diesen relativ einfachen Massnahmen kann der Eintrag von Pflanzenschutzmittel-belastetem Waschwasser in Kläranlagen, Meteorleitungen und Oberflächengewässer massiv reduziert werden.

Weitere Info

«Gute landwirtschaftliche Praxis» von Agridea

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