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Peter Wyss produziert in der Biogasanlage Naturdünger

Auf dem Betrieb von Peter Wyss in Ittigen BE läuft was: Der Betriebsleiter veredelt in der Biogasanlage Hofdünger zu Strom und zu Naturdünger. Dazu hat Lohnunternehmer und Landwirt Peter Wyss eine imposante Logistik aufgebaut.


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Peter Wyss veredelt nicht nur den Mist seiner Mastmunis zu Strom und Gärgülle. Auch Mist und Gülle anderer Betriebe werden auf dem Betrieb vergärt. Das eigene Lohnunternehmen transportiert viel Biomasse auf den Betrieb. Diese wird dann als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt. «Mit unserer Produktion und der Ergänzung aus anderen Anlagen, versorgen wir eine Düngerfläche von rund 2000 Hektaren. Die Nachfrage wird immer grösser.»

Gülletransporte von der Innerschweiz nach Westen

Dahinter steckt eine imposante Logistik mit mehreren Sattelschleppern und Aufliegern für flüssige und feste Hofdünger. Auch Traktorengespanne und Ausbringtechnik wie die Verschlauchung sind im Lohnunternehmen vorhanden. Beim Transport erstaunt es wenig, dass nach Ittigen BE viel Schweinegülle aus der Innerschweiz, gebracht wird, wo ein Überschuss besteht. Nach der Verwertung in der Biogasanlage werden die Endprodukte als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt.

«Wir stellen fest, dass die Nährstoffe westwärts verschoben werden. Dort nimmt die Nachfrage vor allem bei viehlosen Betrieben zu. Organische Dünger ermöglichen die Bildung von Humus», sagt Wyss. Laut Victor Anspach von der Genossenschaft Ökostrom Schweiz ist der organische Dünger auch bei biologisch wirtschaftenden Betrieben gefragt. Die Genossenschaft Ökostrom Schweiz ist die Branchenorganisation der landwirtschaftlichen Biogasproduzenten und zählt derzeit 98 Mitglieder. Diese vergären zurzeit rund 4,5 Prozent aller Schweizer Hofdünger. In Zukunft sollen die Kapazitäten mit neuen Anlagen und Ausbauten jedoch gesteigert werden.

Naturdünger beeinflusst Pflanzenwachstum gezielt

Peter Wyss spricht explizit von «Naturdünger», wenn es um die Produkte wie Vollgülle, Dünngülle oder Separatorenmist geht. Im Gegensatz zu mineralischem Dünger enthält der Naturdünger nebst den Hauptnährstoffen auch viele Spurennährstoffe. Bei der Pflanzenernährung, wo das Gesetz des Minimums gilt, ist dies ein immer wichtigerer Punkt. «Zudem erwarten die Landwirte eine sichtbare Wirkung der Naturdünger. Sie wollen am Pflanzenwachstum sehen, dass die Nährstoffe wirken. Durch die regelmässigen Labor-Analysen weiss man, welche Nährstoffe man ausbringt. Die Gehalte sind also wie beim Mineraldünger bekannt.»

Wyss vergärt in der Biogasanlage feste und flüssige Hofdünger. Dazu Co-Substrate aus der Industrie und sehr viel Pferdemist. «Früher haben viele Landwirte Pferdemist benachbarter Betriebe abgenommen. Seit
solche Mist-Verschiebungen mit einem Hoduflu-Lieferschein begleitet werden, interessieren sich die Landwirte nicht mehr für solchen Mist. Denn er belastet die Nährstoffbilanz und bindet wegen des hohen Strohanteils sogar noch Stickstoff an sich». Damit Strohmist schneller abgebaut wird, hat Peter Wyss eine Aufbereitungs-Maschinerie, ähnlich einem Mixer, entwickelt. Diese fasert die Ligninschicht der Materialien intensiv auf. Dies erhöht die Gasausbeute und das Stroh verrottet schneller. Wenn das Endprodukt auf das Feld gelangt, hat es eine ähnliche Wirkung wie verrotteter Mist oder Kompost, ohne selbst noch Stickstoff für den Abbau zu
binden.

Hygienisierung ist eine wichtige Voraussetzung

Die Gasgewinnung aus dem Ausgangsmaterial in der Biogasanlage ist mit einer Hygienisierung verbunden. Diese wird bei einer Temperatur von 42 Grad gewährleistet. Peter Wyss machte die Erfahrung, dass dies eine wichtige Voraussetzung ist, damit ein Landwirt organischen Dünger eines fremden Betriebs einsetzt. «Die Landwirte sind sehr sensibel, wenn es um Feldhygiene geht, und Unkrautsamen werden nicht akzeptiert.»

Hofdünger liefern viele Nährstoffe

Hofdünger sind der weitaus wichtigste Nährstoff-Lieferant für die Schweizer Landwirtschaft. Peter Wyss ist der Meinung, dass dank des Hoduflu der Einsatz der Gülle optimiert wurde. «Dies hat die Flexibilität gegenüber der vertraglichen Abnahme erhöht. Man kann nun auch kurzfristig Naturdünger einsetzen und dies mit einem Lieferschein ausweisen.»

Dank der Laboranalysen sei der Gehalt der vergärten Hofdünger jederzeit bekannt. Damit könne die Ausbringmengen bedarfsgerecht bestimmt werden. Es geht jedoch nicht nur um die Nährstoffe allein. Das organische Material, das gleichzeitig auf das Feld gelangt, verbessert die Bodenstruktur durch Humusbildung. Dies wiederum ermöglicht eine hohe Bodenaktivität und die Bildung stabiler Humuskrümel. Dies sorgt in der Folge dazu, dass der Boden Wasser speichern kann und in seinen Poren Sauerstoff zirkuliert. Das sind Voraussetzungen für einen höchstmöglichen Wirkungsgrad der eingesetzten Nährstoffe.

Hofdünger sind günstiger Mineraldünger

Peter Wyss holt Hofdünger ab, vergärt sie auf dem Betrieb und bringt sie auf einem weiteren Betrieb aus. Dabei entstehen Kosten. An diesen Kosten beteiligen sich der Abgeber und der Abnehmer. Die Kalkulation von Peter Wyss ist so ausgelegt, dass der Abnehmer für die Nährstoffe, die er erhält, rund die Hälfte des Mineraldüngerpreises bezahlt. Dabei ist berücksichtigt, dass der Dünger ausgebracht wird.

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Sind vergärte Hofdünger in der Schweiz gefragt?Victor Anspach: Vergärungsprodukte sind ein hochwertiger und daher beliebter organischer Dünger. Insbesondere biologisch wirtschaftende Betriebe fragen diesen Dünger gerne nach. Nach unserer Kenntnis haben landwirtschaftliche Biogas-Anlagen in der Regel keine Probleme, überschüssige Mengen abzugeben. Der weit überwiegende Anteil der Vergärungsprodukte ...
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