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Landdienst im Ausland

Einmal in Australien Mähdrescher fahren oder in Argentinien auf einer Pferderanch mithelfen? Organisierte Auslandaufenthalte machen diese Abenteuer auf Zeit für Young Farmers möglich.


Einmal raus aus dem Alltag, aber doch nicht weg von der vertrauten Arbeit: Wer Landwirtschaft im Ausland erleben möchte, ist mit einem «Farmstay» am richtigen Ort.

Ganz einfach ist die Organisation nicht. Deshalb unterstützen verschiedene Organisationen die Reisenden beim Austausch. Alle Farmstays sind unbezahlt: Sie beinhalten jedoch Kost und Logis. Die Austausch-Organisationen kümmern sich um Flüge, das Touristen-Visum und die Reise-Zusatzversicherung. Wird der «Landdienst» mit einer Austausch-Organisation gemacht, ist kein Arbeitsvisum erforderlich – im Unterschied zu einem Arbeitseinsatz oder einem Praktikum.

Die Organisationen Agrimpuls und Agroverde bieten auch Praktika im Ausland an. In einigen Ländern ist bei Agrimpuls eine landwirtschaftliche Ausbildung Voraussetzung, in anderen ist auch gute landwirtschaftliche Praxis ausreichend. Bei Agroverde sind die benötigten Ausbildungen je nach Programm (und dazu nötigem Arbeitsvisum) unterschiedlich.

 

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Den Farmstay mit einem Sprachaufenthalt kombinieren

Die Bedingungen für einen Farmstay sind je nach Anbieter unterschiedlich. Allen gemeinsam ist, dass eine landwirtschaftliche Ausbildung nicht zwingend, aber sicher von Vorteil ist. Ebenso Grundkentnisse der Sprache und einen Führerschein. So bietet etwa Agrimpuls in Australien einen Farmstay an, der zuerst in eine Sprachschule führt und danach einen Aufenthalt auf einem Betrieb beinhaltet. Als ideales Alter nennt Agrimpuls 20 bis 25 Jahre.

Von Australien über Chile bis nach Südkorea

Der Verein IFYE bringt die Farmstay-Teilnehmer bei Gastfamilien unter, welche je nach Land alle zwei bis vier Wochen gewechselt werden. So bereisen die Teilnehmer das Land und leben bei verschiedenen Familien, oft mit bäuerlichem Hintergrund. Die Gastfamilien sind häufig ehemalige Programm-Teilnehmer.

IFYE sei ein «lebenslanges Abenteuer», dem Verein ist eine nachhaltige Beziehung zu den neuen Mitgliedern auch nach dem Austausch sehr wichtig. Vor dem Austausch werden die Teilnehmer intensiv betreut, mit einem «Outgoing-Weekend» und einer «Warmup-Party».

Das Programm-Depot von 200 Franken erhalten die Teilnehmer zurück, wenn das Programm erfolgreich absolviert wird, der Schlussbericht sowie der Bericht für die Vereinszeitschrift abgegeben worden ist und die Teilnehmenden an der Vereinsversammlung teilgenommen haben. An der Versammlung berichten sie kurz über den Austausch.

Die Preise für die Aufenthalte variieren von Land zu Land und von Anbieter zu Anbieter.

  • IFYE nennt einen Organisationsbeitrag von 480 Franken, dazu kommen das Depot von 200 Franken, die Reisekosten und das Taschengeld.
  • Agroverde weist darauf hin, dass die Kosten für 2020 noch ändern können, von Land zu Land variieren, sowie von der Dauer abhängen.
  • Agrimpuls schreibt auf Anfrage, dass die Kosten von der Dauer und der Sprachschule abhängen, dazu kommen der Flug, die Kosten für Visum und Reise-Zusatzversicherung.

Die Qual der Wahl haben Interessierte bei der Länderwahl: Agroverde bietet Farmstays in Kanada, Australien, den USA, Neuseeland und Argentinien an. In Neuseeland zum Beispiel sucht Agroverde eine Farm, die den Wünschen des Programmteilnehmers entspricht: Arbeiten mit Tieren wie Pferde, Schafe, Kühen, Lamas und Alpakas sind möglich, aber auch Einsätze auf den Feldern in Ackerbau und Futterbau mit Traktoren und grösseren Maschinen.

Mit Agrimpuls können Interessierte nach Australien, Kanada und Chile reisen. Der Sprachkurs dauert mindestens vier Wochen. Untergebracht sind die Teilnehmer im Einzelzimmer inklusive Vollpension bei der Gastfamilie. Die Farmstay-Familie wird vor Ort von der Sprachschule gemäss den Wünschen des Teilnehmers zugeteilt.

Die exotischsten Länder bietet IFYE an – wer also einen Austausch in Taiwan oder Südkorea plant, ist bei diesem Verein gut aufgehoben. Wer hingegen wochenlang in Südkorea arbeiten will, den holt bereits die sehr ehrliche Ausschreibung des Programms auf den Boden zurück: «Mitarbeit ist oft nicht möglich und eher zu Fotozwecken gedacht.»

Agrimpuls

Agrimpuls ist ein Geschäftsbereich des Schweizer Bauernverbandes und bietet Dienstleistungen im Bereich Praktikum, Arbeitskräfte, Sprachschulen, Reisen, Kurswesen und Direktvermarktung «Vom Hof» an. Ziel ist unter anderem, junge Berufsleute von einem Auslandaufenthalt zu überzeugen.

Länder: Australien, Kanada, Chile

www.agrimpuls.ch

Agroverde

Die Austauschorganisation Agroverde ist ein Kompetenzzentrum für Auslandaufenthalte wie Praktika, Farm- oder Ranchstay, Sprachschulen und Studienreisen in Gruppen. Meisterlandwirt und Tourismusexperte Hans-Peter Brandenburger hat Agroverde 2002 gegründet. Seit 2017 führt sein Sohn Stefan Brandenburger Agroverde.

Länder: Kanada, Australien, USA, Neuseeland, Argentinien

www.agroverde.ch

IFYE

Der Verein International Farm Youth Exchange IFYE ermöglicht jedes Jahr für rund 20 Schweizerinnen und Schweizer Austausche in über 15 Länder in Europa und Übersee. Ebenso viele ausländische Jugendliche erleben die Schweiz.

Länder: Costa Rica, Dänemark, Estland, Finnland, Nordirland, Norwegen, Ontario (Kanada), Österreich, Schottland, Schweden, Slowenien, Südkorea, Taiwan, Tasmanien (Australien), USA

www.ifye.ch

 

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