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Pick-up für die Landwirtschaft: Der Ford Ranger Wildtrak X im Test

Der Ford Ranger ist ein Pick-up für die Landwirtschaft, angetrieben von Turbodiesel-Motoren: Je ein Vierzylinder mit 130 oder 160 PS und ein Fünfzylinder mit 200 PS. Dieser ist laufruhig wie ein Sechszylinder und überzeugend in der Leistung.


von Andreas Faust
Publiziert: 02.08.2019 / 14:00

Der Auto-Journalist Andreas Faust fährt den Pick-up Ford Ranger Wildtrak X für «die grüne» mitten im Winter in das Dorf Tenna im bündnerischen Safiental. Dort testen wir den «kleinen Bruder» des legendären Ford F-150 für die Landwirtschaft – genau genommen mit einem Landwirt, der im Winter auch für den Solar-Skilift in Tenna arbeitet.

«Lena – das Essen ist fertig!» Sekunden später stiebt Schnee auf. Ein kleines Mädchen lehnt die Ski an den Zaun, stakst mit den klobigen Skischuhen auf die Terrasse und macht sich mit ihrer Mutter über Hackfleisch und Hörnli her.

In den Schneesport-Gebieten in Lenzerheide und Zermatt muss man anstehen für das Essen und sitzt dann zwischen hunderten anderen Schneesportlern anonym am Tisch. Am Solar-Skilift in Tenna GR bewirtet Genossenschafts-Präsident Edi Schaufelberger, als hätte er Freunde und Familie zu sich nach Hause eingeladen. Zwar sind alle Tische besetzt. Aber es gibt nur eine Handvoll Tische.

Schon die schmale Strasse von Bonaduz herauf liess vermuten: Hier im Safiental kann es gar keinen Massentourismus geben, weil nur schon der Ford Ranger knapp durch die Engstellen und Tunnel passt. Reisebusse? Keine Chance. Zumal es in Tenna auch nur ein einziges Hotel gibt.

In Tenna im Safiental fährt seit 2011 der erste Solar-Skilift der Welt

Aber auf den grossen Ansturm ist Schaufelbergers Skilift-Genossenschaft auch nicht aus: Sie betreibt seit 2011 den weltweit ersten Solar-Skilift. Im Schnitt 800 Menschen bringt er pro Stunde auf die insgesamt 4,5 Kilometer Piste.

Mit 82 Solar-Panels auf 450 Metern Länge liefert der Solar-Skilift viermal mehr Strom, als er aufs Jahr gesehen verbraucht. Der Überschuss wird ins Netz eingespeist. Natürlich bleibt im Winter ab und an die Sonne hinter den Wolken, dann bezieht der Lift Strom. Aber insgesamt stimmt die Bilanz.

«Vor den Olympischen Winterspielen in Pyeong Chang war sogar eine koreanische Delegation hier», erinnert sich Schaufelberger. Aber offenbar habe man sich dort nicht so recht an eine «grüne» Ski-Infrastruktur herangetraut.

In Europa bietet Ford «nur» den Ford Ranger an – der grössere F-150 bleibt in den USA

Sein Sohn Martin fährt ebenfalls einen Ford Ranger – in orangem Lack und mit schmaler Extra-Kabine statt der Doppel-Kabine des schwarzen Testwagens. Ausserdem hat er sich dessen Alu-Rollo gespart, das die Ladefläche abdeckt: «Wenn Schnee zwischen den Lamellen festfriert, ist fertig mit Öffnen», grinst Martin.

Die offene Pritsche genügt ihm, um Fangzäune oder Werkzeug zur Wartung der Lift-Technik auf die Piste zu transportieren. Von den leichten Netzen passen im Konkurrenz-Vergleich einige mehr auf den Ranger, weil er mehr als einen halben Meter Bordwand-Höhe bietet.

In den USA ist der deutlich grössere Bruder des Ford Ranger – der legendäre Ford F-150 – mit insgesamt 34 Millionen verkauften Fahrzeugen seit 1982 jährlich das meistverkaufte Auto. Aber in Europa bietet der US-Autobauer nur den kleineren Ford Ranger mit knapp einer Tonne Nutzlast an.

Den Ford Ranger gibt es mit drei verschiedenen Kabinen und vier Ausstattungs-Levels

Technisch teilt sich der Ford Ranger aus Kostengründen die Basis mit dem hierzulande nicht angebotenen Mazda BT-50. Fords Palette ist breit: Drei verschiedene Kabinen, vier Ausstattungs-Level von XL bis Wildtrak. Dazu Zubehör für die Ladefläche wie das abschliessbare Alu-Rollo, eine Roll-Decke, Alu-Klappe oder zwei verschiedene Hardtops mit und ohne Fenster. Unbedingt empfehlenswert ist die Kunststoff-Wanne, die Kratzer und damit Rost vermeidet. Der Motor-Schnorchel zum Durchfahren von Flüssen dürfte aber am Solar-Skilift auf 1800 m ü. M. kaum nötig sein.

Ausserdem hat es Ford geschafft, das Auto ein bisschen weniger wie ein Pick-up wirken zu lassen. Vor allem das Top-Modell Wildtrak ist ausgerüstet wie ein moderner Personenwagen: Ledersitze und weiche Oberflächen im Cockpit. Dazu ein Infotainment-System mit Sprachsteuerung, das nicht nur langsam gesprochenes Hochdeutsch versteht (am kernigen Walserdeutsch der Bewohner von Tenna aber verständlicherweise scheitert).

Ganz weit vorne fährt der Ranger aber mit seinen Assistenz-Systemen. Auf 1800 m ü. M. braucht man sie weniger. Aber auf der Autobahn unten im Tal entlasten sie (siehe Kästchen). Mit einem aktiven Spurhalte-Assistenten kann sonst kein anderer Mitbewerber aufwarten, auch wenn dieser Assistent 808 Franken Aufpreis kostet: Per Kamera hält das Auto die Fahrbahn-Linien im Blick und korrigiert sanft die Lenkung, wenn man ihnen zu nahe kommt.

Der Ford Ranger fährt mit Turbodiesel: Je ein Vierzylinder mit 130 oder 160 PS und ein Fünfzylinder mit 200 PS

Die ganze Technik kostet aber einiges an Zuladung; ein Basis-Ranger kann fast 200 Kilogramm mehr tragen als der Wildtrak. Dafür zieht letzterer mit bis zu 3,5 Tonnen gegenüber 2,5 Tonnen beim Einstiegsmodell deutlich mehr weg.

Bei den Antrieben setzt Ford weiterhin auf Turbodiesel: auf je einen Vierzylinder mit 130 oder 160 PS und einen Fünfzylinder mit 200 PS. Dieser ist sehr speziell – aber so laufruhig wie ein Sechszylinder und überzeugend in der Leistungsentfaltung. Mit 8,8 Litern Durchschnitt-Verbrauch scheint der Ford Ranger so durstig wie ein Aprés-Skifahrer an der Schnee-Bar – nicht aber angesichts der hohen Leistung.

In anderen Ländern könnte man einen Spar-Ranger mit Hinterrad-Antrieb haben. Aber in der Schweiz gehört der zuschaltbare Allrad-Antrieb mit zusätzlicher Untersetzung immer dazu.

Die Untersetzung sollte man natürlich zuschalten, bevor man sich auf den Schnee wagt. Manchmal testet Martin Schaufelberger, wer mit seinem Pick-up weiter die Piste hinauf kommt – er oder sein Kollege Stefan. «Aber ich verrate nicht, wer gewinnt.» Ein bisschen Heimlichtuerei gehört schon dazu, wenn man das Schnee-Idyll in Tenna erhalten möchte.

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