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Christian Müller hat das perfekte Fressgitter für behornte Milchkühe entwickelt

Landwirt Christian Müller fand am Markt kein passendes Fressgitter für seine horntragenden Milchkühe. Nach unzähligen Stunden der Tierbeobachtung wusste er genau, auf was es ankommt und baute ein eigenes Fressgitter. Dieses optimierte er weiter bis zur Perfektion.


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Kurz & bündig

  • Christian Müller fand für seine horntragenden Kühe am Markt kein passendes Fressgitter.
  • Er beobachtete das Tierverhalten über lange Zeit während vieler Stunden und liess entsprechend einen Prototyp bauen.
  • Das Fressgitter «Müller» wird in Serie hergestellt und bietet den Kühen viel Kopffreiheit.

Christian Müller führt in Hellikon AG einen Demeter-Betrieb mit 30 horntragenden Milchkühen. Hier kommt der Nutzen eines optimalen Fressgitters noch mehr zum Tragen, als wenn die Tiere enthornt sind. Weil Christian Müller am Markt kein passendes Fressgitter fand, welches die Anforderungen erfüllte, entschloss er sich vor 15 Jahren, selbst ein solches zu entwickeln.

«Kühe sollen sich im Fressgitter sicher fühlen. Wenn sie den Kopf zur Seite drehen, dürfen keine senkrechten Rohre die Sicht versperren.» Während langer Beobachtungen hat Christian Müller festgestellt, dass sich Kühe im Fressgitter nicht wohl fühlen, wenn sie keine Sicht auf das seitliche Umfeld haben. Sie fürchten sich davor, von einer ranghöheren Herdengenossin weggeschubst oder gar mit den Hörnern verletzt zu werden.

«Ich habe dann gemerkt, dass die Kühe, wenn sie nicht sehen, sich stark auf ihr Gehör fixieren. Das führte dazu, dass sie den Fressplatz vorsichtshalber immer wieder verliessen, auch wenn keine Gefahr drohte. Von diesem Stress wollte ich die Kühe entlasten und dachte mir, wenn das Fressgitter mit liegenden Rohren gebaut ist, bleibt das Sichtfeld zur Seite und schräg nach hinten offen, wenn sie den Kopf dreht.» Dies war die eine Anforderung an das Fressgitter. Die andere war, dieses schnell und mit maximalem Freiraum für den Kopf zu verlassen.

Müllers Fressgitter für behornte Milchkühe bewährt sich seit fünfzehn Jahren

Ein Metallbauschlosser setzte Müllers Planung um und baute ihm vorerst ein Gitter mit fünf Fressplätzen. Nach der Montage im Stall wurde der Prototyp während zwei Monaten optimiert. Als alles wunschgemäss funktionierte, wurde die gesamte Futterachse damit ausgerüstet. Diese Einrichtung bewährt sich nun seit rund 15 Jahren.

Die konstruktiven Besonderheiten ermöglichen den Kühen im Fressgitter eine bessere Kontrolle ihres Umfelds. Dies wurde mit der Minimierung der vertikalen Elemente erreicht.

Ein Fressplatz besteht aus einem grossen Bügel, welcher die Fressplatzbreite bestimmt. Innerhalb des Bügels wird der Durchgang nicht mit vertikalen, sondern mit waagrechten Sprossen gesichert.

Der Schliessbügel ist an einem massiven Drehlager mit einer Lagerbuchse befestigt. Eine weitere Führung im oberen Bereich ist dadurch nicht notwendig. Damit ergibt sich für den Kopf ein grosser Freiraum für den Ein- und Ausstieg. Das wartungsfreie Drehlager erleidet auch kein Lagerspiel oder könnte gar revidiert werden.

Das ist wichtig, damit der Schliessmechanismus zuverlässig funktioniert. Einfachere Konstruktionen, bei denen die beweglichen Teile mit einer Schraube in einer Hülse an einer Lasche drehen, können rasch ausleiern, dann öffnen sich Verschlussklappen. Auch hier wollte Christian Müller eine maximale Sicherheit erreichen. Sind die Tiere im Fressgitter fixiert und schlüpfen andere aus, können sie sich nicht wehren.

Das Interesse am Fressgitter für behornte Kühe war gross

Dass «der Müller» ein besonderes Fressgitter im Stall hat, machte schnell die Runde. Andere Landwirte wollten es sehen, hatten Interesse daran oder wollten ein solches kaufen.

Christian Müller dachte sich: «Warum sollen nicht auch andere Kühe von meiner Entwicklung profitieren?» und schaute sich nach einer Produktionsmöglichkeit um. Dort, wo der Prototyp entstanden war, fehlte jedoch die entsprechende Kapazität.

Gleichzeitig nahm der Druck auf Christian Müller immer mehr zu, das Gitter endlich für den Verkauf zu produzieren. Nachbauten, gegen welche Müller damals nicht einmal etwas gehabt hätte, missrieten wegen der vielen Details, die berücksichtigt werden müssen.

Letztlich verkaufte er das erste Fressgitter an einen Grossbetrieb mit der Auflage, dass er erst dann liefern werde, nachdem er einen Produktionspartner gefunden habe. Fündig wurde er bei der Friedli MetallTechnik AG in Niederönz BE. Firmenin-haber Beat Friedli und sein Team nahmen die Herausforderung an und machten mit Christian Müller noch diverse technische Anpassungen. Im Frühjahr 2009 wurde dann der erste fremde Stall mit dem Fressgitter «Müller» ausgestattet.

Der Name «Eidgenoss» vermittelt Sicherheit und Freiheit

Fressgitter, die in den Verkauf kommen, benötigen eine Zulassung durch das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV. Dort reichte Christian Müller die Pläne ein und eine Besichtigung bei seinem Betrieb fand auch statt.

Das System gefiel. Kurzfristig musste er sich noch einen Namen für das Produkt ausdenken, auf welches die Zulassungsnummer auszustellen sei. Christian Müller beriet sich mit seiner Frau und sie kamen auf den Namen «Eidgenoss». «Der Name steht für Sicherheit und Freiheit. Das ist genau das, was die Kühe im Fressgitter benötigen.» Unterdessen hat Christian Müller das Angebot erweitert und bietet das Fressgitter auch für Rinder und Kälber an. Diese tragen die Namen «Tell» und «Walterli».

Das Fressgitter wird bei der Friedli MetallTechnik AG geplant, geschweisst und zusammengebaut. Die Elemente werden objektbezogen und passend zu den gegebenen Abmessungen gefertigt.

Einzig der Fangbereich mit dem Bügel wird als Modul vorgefertigt. Alle Elemente des Fressgitters werden auf einem unten liegenden Vierkantrohr fixiert. Weil im Gegensatz zu anderen Systemen alle Kräfte unten aufgenommen werden, ist die Konstruktion besonders massiv. Der Verzicht auf eine obere Rohrführung erlaubt bei einem Kontrollgang eine freie Sicht in den Stallbereich.

Das ist ein angenehmer Nebeneffekt für eine Lösung, bei welcher die Kühe den Kopf nicht durch ein Nadelöhr schlängeln müssen.

Sicherheit und Freiheit mit individuell angepassten Fressgittern

Kühe haben ein Sichtfeld von rund 330 Grad. Dreidimensional sieht eine Kuh jedoch nur etwa 60 Grad. Das restliche Sichtfeld nimmt die Kuh nur zweidimensional wahr. Dadurch kann sie Distanzen nicht abschätzen. Bei seinen Beobachtungen hat Christian Müller festgestellt, dass eine Kuh im Fressgitter ängstlich reagiert, wenn sich von der Seite eine Artgenossin nähert und sie den Abstand nicht einschätzen kann. Deshalb verlässt sie das Fressgitter vorsichtshalber, um nicht einen Hornstoss zu riskieren. Das Fressgitter von Christian Müller begegnet dem mit folgenden Eigenschaften.

Die Konstruktion ist so gewählt, dass die Sprossen nicht stehend, sondern liegend angebracht sind. Dadurch kann die Kuh den Kopf drehen und sieht nach hinten. Bei stehenden Sprossen sieht man wie bei einem Gartenhag mit schräger Position nicht hindurch.

Wenn eine Kuh zurückschreckt, öffnet der Bügel sofort und sie kann sich ungehindert rückwärts oder auch mit einem seitlichen Kopfschwung beidseitig davon machen. Dies gibt einer Kuh mehr Vertrauen.

Das massive Bügel-Drehgelenk sorgt für eine spielfreie Fixierung, die nicht ausleiert, was ein Grund sein kann, dass Kühe trotz Verschluss das Fressgitter verlassen können und Unruhe in die Herde bringen.

Fressgitter individuell anpassen

Christian Müller und Beat Friedli beraten, verkaufen und produzieren das Fressgitter «Müller» mit drei Typen für Kühe, Rinder und Kälber zu 100 Prozent in der Schweiz. Die von Christian Müller entwickelten Fressgitter sind für horntragende Kühe optimiert, aber werden wegen des Tierkomforts auch bei Betrieben mit enthornten Kühen eingesetzt.

Die Einteilung der Fressplätze ergibt sich meistens durch die Abmessungen der Stützen oder der Länge der Futterachse. Mit diesen Vorgaben £wird die Elementbreite bestimmt und entsprechend hergestellt.

Standardelemente gibt es nicht. Meistens liegt die Fressplatzbreite zwischen 85 und 95 cm. Dieses Mass ist nicht nur von den baulichen Gegebenheiten abhängig, sondern auch von der Spannweite der Hörner.

Die Kosten pro Fressplatz sind ebenfalls objektbezogen und unterscheiden sich vor allem durch die Montagemöglichkeit. Dazu wurden diverse Anschlussteile und Montagestützen entwickelt, was die Montage in Eigenregie erlaubt. Das Fressgitter soll den Belastungen dauerhaft standhalten und das Drehlager kann bei Bedarf revidiert werden.

Das robuste und tierfreundliche Fressgitter liegt preislich im oberen Segment und wird in der ganzen Schweiz und im Ausland verkauft.

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